Als Nelken (Dianthus), auch bekannt als...

Nelkensamen 

Als Nelken (Dianthus), auch bekannt als «Nägeli», werden verschie­dene Pflanzen­arten aus mehreren Gattungen der Familie der Nelken­gewächse (Caryo­phylla­ceae) bezeichnet. Nelken finden Verwendung als Schnitt­blumen, Polster­stauden, Beet- und Balkon­pflanzen und als Stauden mit Wild­pflanzen­charakter im Stein- oder Heide­garten. Mehr Infor­matio­nen zur Anzucht, Pflege und Verwen­dung von Nelken finden Sie hier.

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Klebnelke 'Brautpaar' Samen
Viscaria oculata (Lychnis)
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Klebnelke 'Brautpaar' Samen
Viscaria oculata (Lychnis)
Klebnelken werden ca. 20 cm hoch und blühen sehr lange, von April bis August. Sie können von März bis Juni...

Weitere Informationen über Nelken

Am bekann­testen sind sicherlich die so genannten gross­blütigen Edel­nelken und die Spray­nelken, die normaler­weise in speziellen Schnitt­blumen­gärtne­reien in Afrika, Süd­amerika oder Asien produziert und per Flug­zeug nach Europa gebracht werden. Wer im Sommer seine eigenen Schnitt­nelken anbauen möchte, kann zwischen den Sorten der Art Dianthus caryo­pyllus, die als Schnitt-, Land- oder Garten­nelke bezeichnet werden und der Bart­nelke (Dianthus barbatus) wählen. Grössere Bedeutung haben die verschie­denen Nelken aller­dings als Balkon-, Topf- und Beet­pflanze.

Herkunft und Geschich­te der Nelken

Die Urahnen der Edel- oder Garten­nelke (Dianthus cayophyl­lus) stammen vermut­lich aus dem Mittel­meerraum. Durch intensive Züchtungs­arbeit sind verschie­dene Typen entstanden, von denen einige schon seit Jahrhun­derten bekannt sind. Man geht davon aus, dass Nelken schon im Mittel­alter in den Klöstern Mittel­europas angebaut wurden.

Die Chine­sische Nelke (Dianthus chinensis), auch Kaiser­nelke genannt, stammt aus Ostasien. Dort wächst die Stammform auf Grasland. In Kultur sind normaler­weise Hybriden. Die Bartnelke (Dianthus bar­bartus) kommt als Wild­form in den Gebirgen Osteuropas sowie im nordafri­kanischen Atlas­gebirge und in Teilen Asiens vor.

Zu bestimmten Zeiten waren Nelken regelrechte Mode­pflanzen. So wird in der Zeitschrift «Die Grenzboten» aus dem Jahr 1852 im Artikel «Luxus und Schönheit im modernen Leben» davon berichtet, dass sich die Nelken­zucht von Flandern und Branbant über ganz Europa verbreitete und es Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhun­derts eine regel­rechte Nelken­liebhaberei gab, die auch die Schweiz erreichte.

Botanik

Die gärtnerisch bedeu­tendsten Arten mit der grössten Sorten­vielfalt sind die so genannten Garten- oder Landnelke (Dianthus caryo­phyllus), die China­nelke (Dianthus chinensis) und die Bartnelke (Dianthus barbatus). Sie werden bei uns in der Regel einjährig bzw. zwei­jährig kulti­viert. Daneben finden noch einige ausdauernde Arten Verwendung in Rabatten, Stein­gärten oder Trog­gärten. Zu nennen sind:
Sandnelke (Dianthus arenarius), Heidenelke (Diantus deltoides), Federnelke (Diantus plumarius), Sand-Feder-Nelke oder Späte Federnelke (Dianthus serotinus), Steinnelke (Dianthus sylvestris), Kart­häuser Nelke, Felsen­nelke oder Geröll­nelke (Dianthus petraeus) und die Pfingst­nelke (Dianthus grati­anopo­litanus).

Sorten von Dian­thus caryo­phyllus

Die Sorten­viel­falt dieser Art und der daraus hervor­gegan­genen Hybriden ist gross und unüber­schaubar, zumal viele verschie­denen Bezeich­nungen, wie Chabaud-Nelke, Edel­nelke, Landnelke, Garten­nelke, Schnitt­nelke, Gebirgs­hänge­nelke oder Remon­tantnelke existieren.
In dieser Gruppe finden sich neben den klassischen Schnitt­blume auch Sorten, die sich gut für die Kultur in Töpfen eignen.

Sorten für den Schnitt

'Ikat', 'Gefüllte Mischung' oder 'Johannis­tag'

Sorten fürs Beet

'Chabaud Orange Sherbet', 'Chabaud Nelke'

Sorten von Dianthus chinensis

'Chianti', 'Siberian Blues'

Sorten von Dian­thus barbar­tus

'Hollan­dia Mix', 'Bode­stolz' oder 'Purple Crown'

Nelken­gewächse aus anderen Gattungen

Neben den Nelken der Gattung Dianthus werden auch andere Pflanzen als Nelken bezeichnet. Bekannte Garten­pflanzen sind z.B. die Gras­nelken (Armeria spec) und die Licht­nelke 'Brennende Liebe' (Lychnis chalce­donica). Für naturnahe Pflan­zungen eigen sich die Kuckucks­licht­nelke (Silene flos-cuculi), die Weisse Licht­nelke (Silene latifolia) und die Wald­nelke oder Rote Licht­nelke (Silene dioica).

Kultur­ansprüche

Nelken der Gattung Dianthus bevorzugen i.d.R. durch­lässige Böden und eine sonnige Lage. Stau­nässe mögen die Pflanzen nicht. Die Garten­nelken sowie die Chine­sischen Nelken vertragen zwar Frost­grade, kommen aber oftmals nicht gut über den Winter. Sie werden daher bei uns i.d.R. einjährig kultiviert. Bart­nelken zählen zu den zwei­jährigen Blumen, die im Frühjahr gesät werden, aber erst nach der Über­winterung im Folge­jahr blühen. Allerdings gibt es inzwischen auch Sorten, die schon im ersten Jahr blühen.

Anzucht von Nelken

Direkt­saat von Bart­nelken

Bartnelken werden normaler­weise von Mitte Mai bis in den Juni direkt in Frei­land­beete ausgesät. Die Samen­körner werden am besten im Abstand von 2 cm in Reihen abgelegt, mit wenig Erde bedeckt und gut angedrückt. Später, wenn sich die Pflänzchen gut entwickelt haben, kann an den end­gültigen Standort im Abstand von 30 x 30 cm umge­pflanzt werden.

Aussaat von Garten-, Land- oder Edel­nelken sowie Chine­sischen Nelken

Diese Nelken­arten zieht man am besten in Töpfen oder Schalen vor. Die Aussaat erfolgt ab Februar/­März in der Wohnung. Am besten verwendet man Aussaat­schalen, die mit einem Kultur­substrat gefüllt werden. Nach dem Säen wird dünn mit Substrat abgesiebt und vorsichtig angedrückt. Bei Tempera­turen von 15-20 °C keimen die Samen innerhalb von 10 bis 20 Tagen. Wenn sich das erste echte Blatt­paar zeigt, können die Sämlinge in Töpfe oder Topf­platten pikiert werden.

Für die Weiter­kultur ist ein heller Standort wichtig, damit die Pflanzen sich kräftig entwickeln und kompakt im Wuchs bleiben. Fehlt es an Licht, kann eine Pflanzen­leuchte für das erfor­derliche Licht­angebot sorgen.

Anzucht von mehr­jährigen Nelken­arten

Wenn auf eine frühe Blüte Wert gelegt wird, sät man mehr­jährige Nelken­arten, wie Federnelke, Heide­nelke, Karthäuser­nelke oder Pfingst­nelke am besten auch in Schalen aus und pikiert anschlies­send in Töpfe. Natürlich lassen sich diese Stauden­nelken ab Mitte April auch im Freiland durch Aussaat heran­ziehen. Heidenelke und Pfingst­nelke samen sogar relativ stark aus und verbreiten sich somit von selbst.

Pflege

Gepflanzt wird an einem sonnigen, möglichst gut durch­lässigen Standort. Ggf. wird noch Kompost oder etwas organischer Dünger gegeben. Unkräuter behindern i.d.R.das Wachstum der Kultur­pflanze. Am besten entfernt man sie durch regel­mässiges Jäten.

Welke Blüten sollten regel­mässig entfernt werden. Auch ein Rück­schnitt kann die Blütezeit verlängern. Die langen Blüten­triebe der Bartnelke neigen dazu umzu­knicken bzw. sich zu legen. Am besten bindet man die Blumen zusammen oder nutzt Blumen­stützen oder Stauden­halter.

Krank­heiten und Schäd­linge

Alle Nelken­arten reagieren auf zu hohe Boden­feuchte und Staun­ässe mit Welke und Wurzelfäulen. In regen­reichen Jahren leiden die Pflanzen häufiger auch an Befall durch pilzliche Blatt­flecken­erreger, wie z.B. der Nelken­schwärze. Die Bartnelke wird regel­mässig vom Bart­nelken­rost befallen, der an den braunen Pusteln auf den Blättern zu erkennen ist.