Sommer- oder Herbsthimbeere? Sorten, Schnitt und Erntezeit im Überblick
Himbeeren teilen sich in zwei Gruppen: Sommerhimbeeren tragen ab Anfang Juli an den Ruten des Vorjahres, Herbsthimbeeren ab August an den Ruten des laufenden Jahres. Der wichtigste praktische Unterschied liegt im Schnitt – Herbsthimbeeren sind deutlich einfacher zu pflegen. Wer beide Typen kombiniert, erntet von Juli bis in den Oktober frische Himbeeren aus dem eigenen Garten.
Sommer- und Herbsthimbeeren: Wo liegt der Unterschied?
Botanisch sind beide dieselbe Art (Rubus idaeus), sie unterscheiden sich aber grundlegend darin, an welchem Holz sie ihre Früchte bilden.
Sommerhimbeeren blühen und fruchten an den Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind. Die Pflanze bildet also in einem Jahr die Ruten und trägt erst im Folgejahr daran die Früchte. Die Ernte beginnt früh, meist ab Anfang bis Mitte Juli, und fällt oft besonders aromatisch aus. Zu den bewährten Sommersorten gehören Tulameen, Glen Ample, Meeker, Himbo-Star, Elida und Willamette.
Herbsthimbeeren (auch remontierende Himbeeren genannt) tragen an den diesjährigen Ruten. Sie wachsen und fruchten also im selben Jahr. Die Ernte beginnt ab August und reicht bei mildem Wetter bis in den Oktober. Typische Herbstsorten sind Autumn Bliss, Himbo-Top, Rubyfall, Autumn Amber sowie die gelben Sorten Golden Bliss und Hauensteins Gelbe.
Einige Sorten verwischen die Grenze: Enrosadira etwa ist eine Frühsorte, die bei entsprechendem Schnitt zweimal tragen kann, und TulaMagic fruchtet im Herbst teilweise nach.
Reife Himbeeren 'Glen Ample'
Reife, gelbe Himbeeren
Dunkle Himbeeren 'Bristol'
Sortenüberblick: Sommer- und Herbsthimbeeren im Vergleich
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über unser Angebot an Himbeersträuchern, geliefert im Topf für die Pflanzung in Ihrem Garten oder auf dem Balkon.
| Sorte | Typ | Erntebeginn | Fruchtfarbe | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Tulameen | Sommer | ab Juli | hellrot | sehr grosse Früchte, lange Erntezeit, für Gefässe |
| Glen Ample | Sommer | ab Juli | leuchtend rot | stachellos, sehr grosse Beeren, für Höhenlagen |
| Meeker | Sommer | ab Juli | dunkelrot | sehr aromatisch, robust |
| Himbo-Star | Sommer | ab Juli | hellrot | altbewährte, kräftige Sorte |
| Willamette | Sommer | ab Juli | tiefrot | frosthart, widerstandsfähig |
| Enrosadira | früh / zweimaltragend | ab Juni | hellrot | zweimalige Ernte möglich, wenig Stacheln |
| Autumn Bliss | Herbst | ab August | leuchtend rot | sehr robust, bewährte Herbstsorte |
| Himbo-Top | Herbst | ab August | hellrot | grosse Früchte, hervorragender Geschmack |
| Rubyfall | Herbst | ab August | leuchtend rot | stachellos, für Gefässe geeignet |
| Autumn Amber | Herbst | ab August | aprikosenfarbig | stachellos, ungewöhnliche Farbe |
| Golden Bliss | Herbst | ab August | goldgelb | gelbe Himbeere, dekorativ |
| Hauensteins Gelbe | Herbst | ab August | hellgelb-orange | süss, trägt im Herbst ein zweites Mal |
| Raspberry Shortcake | Zwerg | Sommer | leuchtend rot | kompakt, ideal für Topf und Balkon |
| Bristol | schwarze Himbeere | Sommer | schwarz | dekorativ, spezielles Aroma |
Himbeeren richtig schneiden: der entscheidende Unterschied
Der Schnitt ist der Punkt, an dem sich die beiden Typen am deutlichsten unterscheiden – und der Grund, warum Herbsthimbeeren als besonders anfängerfreundlich gelten.
Herbsthimbeeren schneiden: Hier ist es denkbar einfach. Im Spätwinter, etwa im Februar, werden alle Ruten bodennah abgeschnitten. Die Pflanze treibt im Frühling neu aus und trägt im selben Jahr wieder. Es kann nichts falsch gemacht werden, und Krankheiten, die im alten Holz überwintern, werden gleich mitentfernt.
Sommerhimbeeren schneiden: Etwas mehr Fingerspitzengefühl ist nötig, weil die einjährigen Ruten für die Ernte im nächsten Jahr stehen bleiben müssen. Nach der Ernte werden nur die abgetragenen, zweijährigen Ruten bodennah entfernt – sie erkennt man an der bräunlichen, verholzten Rinde. Die frischen, grünen Jungruten bleiben stehen und werden bei Bedarf aufgebunden.
Ein praktischer Tipp: Bei Zwergsorten wie Raspberry Shortcake gilt die Sommerhimbeer-Logik – im Winter die abgetragenen Ruten entfernen, die jungen stehen lassen.
Der richtige Standort für Himbeeren
Himbeeren gedeihen sonnig bis halbschattig. In voller Sonne werden die Früchte am süssesten, ein leichter Halbschatten wird aber gut vertragen. Wichtig ist ein durchlässiger, humoser und nährstoffreicher Boden – Staunässe vertragen Himbeeren nicht, weil ihre flachen Wurzeln dann leicht faulen.
Ideal ist ein windgeschützter Platz mit einer Rankhilfe oder einem Drahtspalier, an dem die Ruten aufgebunden werden. Das hält die Früchte sauber, erleichtert die Ernte und sorgt für eine gute Durchlüftung, die Pilzkrankheiten vorbeugt. Alle unsere Himbeeren werden als kräftige Containerpflanzen geliefert und können damit das ganze Jahr gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist.
Von der roten Sommerhimbeere bis zur gelben Herbstsorte: Die Vielfalt an Farben, Aromen und Erntezeiten macht Himbeeren zu einer der dankbarsten Beeren im eigenen Garten.
Wann tragen frisch gepflanzte Himbeeren?
Herbsthimbeeren belohnen die Geduld am schnellsten: Sie tragen bereits im Pflanzjahr an den neuen Ruten. Sommerhimbeeren liefern ihre erste volle Ernte meist im zweiten Standjahr, weil sie zunächst die Ruten aufbauen müssen, die dann im Folgejahr Früchte tragen.
Sind Himbeeren selbstfruchtbar?
Ja. Himbeeren sind von Natur aus selbstfruchtbar – das gilt für die Art allgemein und damit für alle Sorten. Schon eine einzelne Pflanze trägt daher zuverlässig Früchte, eine zweite Sorte zur Befruchtung ist nicht nötig. Mehrere Pflanzen erhöhen einfach die Erntemenge und verlängern bei kluger Sortenwahl die Erntezeit.
Gelbe und schwarze Himbeeren: die besonderen Farben
Wer über das klassische Rot hinaus etwas Besonderes sucht, wird bei den Farbsorten fündig. Gelbe Himbeeren wie Golden Bliss und Hauensteins Gelbe sind aromatisch-süss und optisch attraktiv. Die schwarze Himbeere Bristol trägt Früchte mit einem eigenständigen Aroma an dekorativen, blau bereiften Ruten. Sie sind nicht nur ein Hingucker, sondern auch ideal, um Kinder für den eigenen Naschgarten zu begeistern.
Fazit: Am besten beide kombinieren
Sommer- und Herbsthimbeeren ergänzen sich perfekt. Eine Sommersorte wie Tulameen oder Glen Ample liefert die frühe, aromatische Ernte, eine Herbstsorte wie Himbo-Top oder Autumn Bliss verlängert die Saison bis in den Herbst. So haben Sie über mehrere Monate hinweg frische Himbeeren – bei minimalem Pflegeaufwand, wenn Sie den einfachen Schnitt der Herbsthimbeeren nutzen.
Häufige Fragen zu Himbeeren im Garten
Warum tragen meine Sommerhimbeeren erst im zweiten Jahr?
Sommerhimbeeren bilden ihre Früchte an den Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind. Im ersten Standjahr baut die frisch gepflanzte Himbeere zunächst diese Ruten auf – erst im zweiten Jahr tragen sie dann Früchte. Das ist völlig normal und kein Zeichen für einen Fehler. Wer schon im Pflanzjahr ernten möchte, greift zu einer Herbsthimbeere.
Kann ich Herbsthimbeeren so schneiden, dass sie zweimal tragen?
Ja. Wenn Sie bei Herbsthimbeeren im Winter nicht alle Ruten bodennah abschneiden, sondern die kräftigsten stehen lassen, tragen diese im folgenden Frühsommer eine erste Ernte, während die neuen Ruten im Herbst nachlegen. Der Ertrag pro Ernte fällt dann etwas geringer aus, dafür pflücken Sie über einen längeren Zeitraum. Wer den maximalen Herbstertrag und den einfachsten Schnitt will, schneidet dagegen alle Ruten zurück.
Wie viel Abstand brauchen Himbeeren beim Pflanzen?
Innerhalb einer Reihe pflanzt man Himbeeren mit etwa 40 bis 50 cm Abstand, zwischen den Reihen sind rund 150 cm sinnvoll. So bleibt genug Platz für Licht und Luft, die Ruten beschatten sich nicht gegenseitig und die Ernte fällt leichter. Ein luftiger Stand beugt zudem Pilzkrankheiten vor.
Warum werden meine Himbeeren nicht richtig süss?
Zu wenig Sonne ist die häufigste Ursache. Himbeeren brauchen für die volle Süsse einen sonnigen Standort – im Schatten bleiben die Früchte säuerlich. Auch eine zu frühe Ernte spielt eine Rolle: Reife Himbeeren lösen sich leicht vom Zapfen und sollten erst dann gepflückt werden. Gleichmässige Wasserversorgung während der Reife fördert das Aroma zusätzlich.
Muss ich Himbeeren düngen?
Himbeeren sind Starkzehrer und danken eine Düngung mit gutem Ertrag. Ideal ist im Frühjahr eine Gabe reifer Kompost oder ein organischer Beerendünger, ergänzt durch eine Mulchschicht, die den Boden feucht und humos hält. Nach Mitte Sommer sollte man nicht mehr stickstoffbetont düngen, damit die Ruten rechtzeitig ausreifen und winterhart werden.
Wie überwintere ich Himbeeren im Kübel?
Himbeeren sind winterhart, im Kübel ist aber der Wurzelballen dem Frost stärker ausgesetzt als im Beet. Stellen Sie den Topf an eine geschützte Hauswand und umwickeln Sie ihn mit Vlies oder Jute, oder stellen Sie ihn auf eine isolierende Unterlage. Wichtig ist, an frostfreien Tagen sparsam zu giessen, damit der Ballen nicht austrocknet.