Der Spitzlappige Frauenmantel – auch Gemeiner Frauenmantel oder einfach Frauenmantel genannt – ist ein ausdauernder Hemikryptophyt. Das bedeutet, dass seine Erneuerungsknospen direkt an der Bodenoberfläche liegen und meist durch Schnee, Laub oder Erde vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Die Blätter besitzen eine wasserabweisende Wachsschicht. Daher findet sich oft noch ein Wassertropfen auf ihnen, selbst wenn Tau auf anderen Pflanzen bereits verdunstet ist. Dieser Tropfen entsteht durch Guttation: Über spezielle Öffnungen an den Blattzähnen, sogenannte Hydathoden, gibt die Pflanze aktiv Wasser ab, um den Nährstofftransport aus den Wurzeln aufrechtzuerhalten. Das austretende Wasser sammelt sich häufig in der Blattmitte.
Verwendung als Färberpflanze
Mit den Blüten lässt sich Wolle gelb färben. Durch die Zugabe von Eisensulfat während des Färbevorgangs kann zudem ein Grünton erzielt werden.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten
Der Spitzlappige Frauenmantel enthält grosse Mengen an Gerbstoffen und Flavonoiden. Aufgrund seiner stark adstringierenden Wirkung wird er traditionell bei Durchfall und Halsschmerzen eingesetzt.
In der Volksmedizin wird das Kraut seit Langem auch bei schmerzhaften Menstruationsbeschwerden genutzt, wobei hierfür wissenschaftliche Belege fehlen.
Darüber hinaus ist Frauenmantel eine klassische Bauerngartenpflanze und wird häufig als Zierpflanze verwendet, auch in naturnahen oder Wildpflanzengärten.
Die jungen Blätter können ausserdem als Gemüse zubereitet oder frisch in Salaten und Smoothies verarbeitet werden.
Aussaat:
Die Samen sind Frost- und Lichtkeimer. Aussaat zwischen Oktober und Januar. Die Samen in Schalen nur leicht auf die angefeuchtete Erde andrücken und an einen geschützten, hellen Platz im Freien stellen. Darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet, aber Staunässe vermeiden. Um ein Austrocknen zu verhindern, kann das Anzuchtgefäss mit Klarsichtfolie (die mit Löchern versehen ist) abgedeckt werden. Um Schimmelbildung auf der Anzuchterde zu verhindern, alle 2-3 Tage die Folie für 2 Stunden entfernen. Im Frühjahr die Samlinge im Garten im Abstand von ca. 20 cm verpflanzen. Bei einer Anzucht im Haus sollten Sie die Samen zunächst einige Tage im Kühlschrank aufbewahren, um sie zur Keimung anzuregen.
Pflege:
Frauenmantel bevorzugt sonnige Standorte, gedeiht jedoch auch in schattigeren Bereichen.
Der Boden sollte humusreich und eher feucht sein. Bleibt ein Rückschnitt nach der Blüte aus, versamt sich der Frauenmantel meist von selbst.
Während der Blütezeit können sowohl Blätter als auch Blüten geerntet werden; die Blätter lassen sich gut trocknen und als Wintervorrat aufbewahren. Ein kräftiger Rückschnitt im August nach der Blüte fördert die Vitalität der Pflanze.
Quelle: Wikipedia u.a.