Gundermann (Glechoma hederacea) – Die vielseitige Heil- und Würzpflanze
Der Gundermann, auch bekannt als Gundelrebe, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Diese wintergrüne, ausdauernde Pflanze wächst kriechend mit langen Ausläufern und erreicht eine Höhe von etwa 20 bis 30 Zentimetern. Obwohl sie heute vielerorts in Vergessenheit geraten ist, handelt es sich beim Gundermann um eine alte Heilpflanze mit beeindruckender Wirkung.
Zerreibt man die Blätter, entfaltet sich ein würziger Duft mit einer leicht minzigen Note – ein Hinweis auf das enthaltene ätherische Öl, das entzündungshemmend wirkt. Der Gundermann kann sowohl innerlich, z. B. als Tee, als auch äusserlich, etwa als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden, angewendet werden. Gerb- und Bitterstoffe fördern zudem die Verdauung und regen den Stoffwechsel an.
Blütezeit und Standort:
Die Pflanze blüht zunächst im Frühjahr (April–Mai) und ein zweites Mal im Frühherbst (September–Oktober). Wild wächst sie bevorzugt an Waldrändern, Wiesen und Wegrändern – besonders gern an halbschattigen bis sonnigen Standorten mit humoser bis sandiger Erde. Auch im Rasen fühlt sie sich wohl, wird dort jedoch häufig als Unkraut verkannt.
Verwendung in Küche und Hausapotheke:
Im Frühling geerntete, junge Blätter wurden früher wie Gemüse gekocht – etwa in traditionellen Gründonnerstagsgerichten. Durch ihren aromatischen, leicht bitteren Geschmack eignet sich die Gundelrebe auch hervorragend als Würzkraut. Ihr Geschmack erinnert an Minze, Harz und Lakritz. In Butterbrot, Quark oder Salaten entfaltet sie ihr volles Aroma – allerdings sollte sie sparsam verwendet werden, da sie andere Zutaten geschmacklich leicht überlagern kann.
Historisch wurde Gundermann vor der Einführung des Hopfens zum Haltbarmachen von Bier verwendet. Auch bei der Käseherstellung nutzte man ihn als pflanzliche Alternative zu tierischem Lab. Zusätzlich besitzt die Pflanze antioxidative Eigenschaften und kann daher auch als natürlicher Lebensmittelzusatzstoff dienen.
Medizinische Anwendung:
In der Volksmedizin wird Gundermann äusserlich bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt – etwa in Form von Kompressen mit starkem Aufguss. Als Tee wirkt er anregend auf den Stoffwechsel und hilft bei Erkältungen und Halsschmerzen.
Aussaat:
Kaltkeimer. Aussaat der Samen in Saatschalen mit sandigem Anzuchtsubstrat im Spätsommer/Herbst oder März-Mai mit Strazifizierung (4-6 Wochen). Die Aussaatschalen dann im geschützten Freien aufbewahren und gleichmässig feucht (nicht nass) halten. Durch den natürlichen Temperaturverlauf über den Winter beginnen enzymabbauenden Prozesse an der Samenschale, welche die Keimung im Frühjahr begünstigen. Bedeckung der Aussaatschalen während Winter mit Schnee ist von Vorteil. Keimung im Frühling. Gedeiht vor allem gern an halbschattigen bis sonnigen Standorten mit humoser bis sandiger Erde.
Bei einer Strazifizierung die Aussaat zuerst 2–4 Wochen warm (ca. +18 bis +22°C) und gut feucht halten, danach 4-6 Wochen kalt bei einer Temperatur zwischen –4 und +4°C.
Keimdauer: ca. 1-4 Wochen.
Quellen: u.a. Wikipedia