Aussaat-Anleitung Schritt für Schritt

Willkommen in der Welt der Sämereien! Damit die Aussaat richtig Spass macht und auch schon beim ersten Mal klappt, folgen Sie bitte unserer Anleitung Schritt für Schritt! Auch wenn es Sie in den Fingern juckt: bitte lesen Sie diese aufmerksam durch, denn in der richtigen Aussaat liegt der Schlüssel zum Erfolg!

Die richtigen Aussaatbedingungen sind ausschlaggebend, damit sich aus dem Samen ein robuster Keimling entwickelt und Sie sich schlussendlich an einer reichen Blütenpracht oder Ernte erfreuen können! Je nach Samentyp empfiehlt sich eine Direktsaat in den Garten oder es muss eine Vorkultur im Haus oder Gewächshaus gemacht werden.

Direktsaat

Viele einheimische Gemüse- und Blumenarten können direkt ins Beet im Freien gesät werden und keimen so an Ort und Stelle. Es sind dies Vertreter der Gemüse wie Karotten, Bohnen und Radieschen sowie Sommerflor wie Ringelblumen, Sonnenblume und Sommeraster. Meistens sollte man die Eisheiligen im Mai abwarten, da dann keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

  1. Vorbereitung des Bodens
    Bei der Direktsaat ist eine feine Bodenstruktur notwendig. Der Boden sollte gelockert, fein krümelig und frei von Steinen und Unkraut sein. Denn feines Saatgut kann ansonsten tief in Bodenritzen rutschen und nicht mehr ausreichend Keimen. Benutzen Sie für die Vorbereitung des Bodens eine Gartenhacke.
  2. Aussaat
    Je nachdem, ob Sie Blumen oder Gemüse säen, empfiehlt sich eine breitwürfige Aussaat oder jene in Reihen. Bei letzteren ziehen Sie zuerst mit einem Gartengerät eine Rille mit der gewünschten Aussaattiefe in den Boden. Die Samen werden danach in die Vertiefung gestreut, die Saatgutpackung gibt Auskunft über den gewünschten Abstand der Samen respektive späteren Pflanzen. Die Samen gut mit Erde bedecken, diese andrücken und mit einer feinen Brause anfeuchten. Denken Sie daran, die Reihen mit Pflanzenetiketten zu beschriften! Ist die Aussaat gelungen, sind schon nach einigen wenigen Tagen erste grüne Keimlinge sichtbar. Aber Vorsicht: Rutscht das Thermometer nachts gegen den Gefrierpunkt, sind die jungen Pflanzen mit einer Abdeckung (zum Beispiel Vlies) zu schützen!

Vorkultur

Samen mit langer Reifezeit oder welche höhere Temperaturen zum Keimen benötigen, zieht man bevorzugt in einer Vorkultur an. Es sind dies Pflanzen welche in den Tropen heimisch sind (zum Beispiel Paprika und Tomaten) oder Sommerblumen wie Löwenmaul, Tagetes oder Petunien. Auch heimische Kräuter oder Salate können Sie voranziehen, es kann dann früher mit der Erde begonnen werden!

Bereits mit wenigen Utensilien sind Sie gerüstet für die Vorkultur:

  • Aussaaterde ist ein Muss für die sensiblen Keimlinge, da diese keimfrei, nährstoffarm und wasserdurchässig ist.
  • Saatschalen oder einfache Blumentöpfe mit Drainagelöcher werden für die Vorkultur empfohlen, auf Torftöpfe sollte aus ökologischen Gründen verzichtet werden.
  • Eine Sprühflasche ist ein nützlicher Helfer zum Feuchthalten der Erde.

  1. Anleitung Aussaat
  2. Als erstes werden die Saatschalen oder Blumentöpfe zu 2/3 mit Aussaaterde gefüllt und die Erde gut angedrückt. Trockene Erde wird noch leicht mit Wasser befeuchtet. Danach werden die Samen in die Töpfe gesät. Je nachdem ob es sich um Licht- oder Dunkelkeimer handelt, werden die Samen nur auf die Erde gelegt oder zusätzlich auch noch mit Erde bedeckt. Die Saatgutpackung gibt Auskunft über die Saattiefe. Säen Sie nicht zu dicht, sie müssen dann später weniger Ausdünnen und die Keimlinge entwickeln sich kräftiger.
    Beschriften Sie die Töpfe gleich am Anfang mit Pflanzenetiketten und stellen Sie diese an einen hellen Ort.
    Giessen Sie nun die Erde in den Saatschalen oder Töpfe ganz vorsichtig mit einer Giesskanne oder mit einer Sprühflasche, achten Sie darauf, dass die Samen nicht weggespült werden. Die Erde sollte danach immer leicht feucht gehalten werden. Dies erreichen Sie durch regelmässiges Besprühen sowie durch Abdecken der Gefässe mit Plastikfolie. Die Erde muss täglich gut belüftet werden, damit sich keine Pilze bilden können.
    Sobald die ersten grünen Spitzen erscheinen heisst dies, dass die Samen gekeimt haben und die Keimblätter aus dem Boden spähen. Sobald die meisten Pflanzen gekeimt sind, die Plastikfolie entfernen und weiterhin gut anfeuchten, ohne die Keimlinge zu ertränken. Nun brauchen die Pflänzchen viel Sonne, Liebe und etwas Wasser, damit Sie zu kräftigen Jungpflanzen heranwachsen. Zeigt sich nach den Keimblättern das erste "echte" Blatt, dann ist die Zeit gekommen fürs Pikieren.
  3. Pikieren
  4. Sobald die Pflänzchen gross und stabil genug sind, können diese vereinzelt werden. Das Pikieren ist nötig, um den Pflanzen genügend Raum zu geben um sich bestmöglich zu entfalten. Denn nun beginnt die eigentliche Wachstumsphase, bei der die Pflanze sehr viel Energie benötigt und daher eine Menge Nährstoffe aus dem Boden zieht. Die Keimlinge treten nun also in gegenseitige Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Beim Pikieren ist ein wenig Fingerspitzengefühl nötig, um die verletzlichen Pflänzchen nicht zu beschädigen. Mit einem Pikierstab oder einfach einem Löffelstil sorgfältig die Erde lockern und den Keimling herausheben. Unbedingt darauf achten, dass soviele Wurzeln wie möglich mitgenommen werden. Dann Keimling in sein neues Zuhause einpflanzen, Erde leicht andrücken und wiederum feucht halten.
  5. Abhärtung Jungpflanzen
  6. Die Aussaaten drinnen im warmen Zuhause haben sich prächtig entwickelt. Sie konnten die ersten Lebenswochen Kraft sammeln und ihre ersten Blätter entwickeln. Sie sind aber noch immer schwach, schwankende Temperaturen, gleissende Sonne und Dauerregen würden sie noch zu sehr beanspruchen. Damit sie sich an die wechselnden und teilweise widrigen Bedingungen der Natur gewöhnen können, müssen die Jungpflanzen langsam abgehärtet werden. Ab circa April stellt man die Jungpflanzen an warmen Tagen ins Freie und holt sie abends wieder in die Wärme zurück. Erst nach einigen Tagen sind die Pflänzchen so weit abgehärtet, dass sie draussen bleiben können. Die obere Schutzschicht der Pflanzenblätter, die Cuticula, wird dadurch verdickt, und die Pflanze so robuster. Werden Jungpflanzen in Vorkultur nicht abgehärtet, erleiden sie meist einen Wachstumsschock, wenn sie von einem Tag auf den anderen ins Freie gestellt werden.

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