Geschichte der alten Sorten

Zur Jahrhundertwende gab es in der Schweiz weit über dreitausend Apfelsorten, heute ist ein Drittel davon verschwunden, es werden nur noch um die zweitausend angebaut. Davon wachsen die meisten nur noch auf wenigen Bäumen, das heisst sie müssen besonders geschützt werden. Bei Beeren sieht die Bilanz noch ernüchternder aus: Von den in der Schweizer Literatur um das Jahr 1870 genannten Beerensorten sind nur etwa die Hälfte in europäischen Sammlungen abgesichert, der Rest ist nicht mehr auffindbar.

Zu diesem bedrohlichen Sortenverlust kam es aufgrund veränderter Ansprüche an unsere Sorten. Die Vielfalt an Pflanzensorten wurde zugunsten ertragsreicherer Züchtungen verdrängt, die Konzentration auf einige wenige gleichförmige Hochleistungssorten war die Folge.

Alarmiert von dieser Entwicklung, wurde in den frühen 80er Jahren aus WWF-Kreisen die Organisation Pro Specie Rara gegründet. Diese setzte sich zum Ziel, sich für die Erhaltung und den Schutz des genetischen und kulturhistorischen Erbes von Kulturpflanzen der Schweiz einzusetzen. Bereits vergessene oder ausgestorben geglaubte Obst-, Gemüse- und Ackerpflanzen wurden wieder aufgespürt und gesammelt. Dank diesem Engagement hat sich die Situation in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren glücklicherweise stark verändert. Heute sind durch Pro Specie Rara rund 1'860 Obst-, 500 Beeren- und 119 Rebsorten abgesichert, im Bereich Garten- Acker- und Zierpflanzen sind es fast 1'600 Sorten.

Auch bei uns haben die alten Sorten eine lange Tradition. Seit vielen Jahren verkaufen wir Saatgut für alte Pflanzenschätze. Eine lebendige Sortenvielfalt und die Bewahrung von Raritäten sind uns ein grosses Anliegen!


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