Herausforderungen

Auch beim Arbeiten im eigenen Garten ist noch kein (Gärter-)Meister vom Himmel gefallen. Es kann vorkommen, dass bei der Aussaat einmal nicht alles ganz rund läuft. Wir haben die gängigsten Aussaatprobleme nach Themen aufgelistet. Nicht verzagen, oft sind diese mit wenig Aufwand rasch wieder behoben. Ein grüner Daumen braucht schlichtweg Zeit und Erfahrung!

Austrocknen der Erde

Sobald durch Feuchtigkeit die Keimung in Gang gesetzt ist, dürfen die Samen nicht trocken stehen. Wird durch Trockenheit die Keimphase unterbrochen, keimt der Samen meist nicht mehr. Verwenden Sie zum Berieseln möglichst kalkarmes Wasser, am besten eignet sich dazu Regenwasser.

Staunässe

Sämlinge brauchen zum Leben neben Nährstoffen und Wasser auch Luft. Staunässe ist Gift für die Jungpflanzen, denn die Wurzeln können so nicht mehr atmen. Durch Sauerstoffmangel beginnen die Keimlinge und die im Keimprozess befindlichen Pflanzensamen zu faulen, meist sterben sie dann ab. Achten Sie auf eine gute Drainage. Das Wasser soll gut abfliessen können und die Töpfchen dürfen nicht im Wasser stehen.

Samen mit zu viel oder zu wenig Erde bedeckt

Lichtkeimer brauchen zum Keimen Licht, Dunkelkeimer Dunkelheit. Deshalb sollen die Samen der Lichtkeimer auf der Erde aufliegen und nur vorsichtig angedrückt werden. Die Samen der Dunkelkeimer müssen hingegen mit Erde bedeckt werden, da der Lichteinfall den Keimprozess hemmt. Viele Pflanzenarten keimen jedoch bei Licht und im Dunkel, bei diesen muss nicht genau darauf geachtet werden, wo der Samen platziert wird. Am besten auf Nummer Sicher gehen und immer die Aussaat-Anleitung auf dem Samentütchen lesen.

Schutz vor Zugluft

Keimlinge sind wahrlich zarte Pflänzchen. Sie brauchen zwar Luft zum Gedeihen, vertragen aber absolut keine Zugluft. Die eisige Kälte von draussen schadet den Pflanzen, deshalb sollten die Jungpflanzen vor dem Lüften aus der direkten Zugluft genommen und an eine geschützte Ecke des Zimmers gestellt werden.

Umfallkrankheit

Es kann vorkommen, dass die Keimlinge von einem Tag auf den anderen den Kopf hängen lassen und absterben. Verantwortlich dafür sind Pilzerreger, welche die sensiblen Jungpflanzen angreifen. Oftmals zeigen die Jungpflanzen als Folge des Pilzbefalls dunkle Einschnürungen am Stängelende und fallen um, deshalb der Name Umfallkrankheit. Gefördert wird diese durch Staunässe, zu dicht stehende Keimlinge und stark verdichteter und schlecht belüfteter Boden. Vorbeugen mit regelmässigem aber wohl dosiertem Giessen, auch ab- und zu Lüften nicht vergessen!

Vergeilen der Keimlinge

Die Reaktion von Pflanzen auf mangelhafte Lichtverhältnisse nennt man vergeilen. Unter solchen Bedingungen wird die gesamte Wachstumskraft des Sämlings dafür verwendet, so schnell wie möglich in Richtung Licht zu wachsen. Die Jungpflanze konzentriert sich mithilfe einer Überlebensstrategie auf das Längenwachstum. Es wird ein langer, weicher, jedoch nicht gefestigter Stängel ausgebildet. Auch bleiben die Blätter klein, verkümmert und ausgebleicht, da keine ausreichende Photosynthese betrieben werden kann. Ebenfalls zeigen die Wurzeln nur ein vermindertes Wachstum. Vergeilte Pflanzen schaffen es meistens nicht, zu gesunden und kräftigen Pflanzen zu werden. Deshalb bereits ab Beginn Saat die Pflanzentöpfe nicht an ein Nordfenster stellen, damit sie genügend Sonnenlicht erhalten!

Schwache Pflanzen (Nährstoffmangel)

Sobald die Jungpflanzen etwas grösser sind, brauchen sie mehr als nur Luft und Liebe zum Leben! Vor allem rasch wachsende und üppig blühende Gewächse sind besonders auf zusätzliche Nährstoffe angewiesen. Mineralstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor, welche in den gängigen Düngemitteln enthalten sind, ermöglichen erst ein gesundes Wachstum und sind deshalb lebensnotwendig für Pflanzen. Schwächelnde Pflanzen sind oft ein Anzeichen von Nährstoffmangel. Auch ist eine mit Mineralstoffen gestärkte Pflanze weniger anfällig auf Krankheiten. Sobald die Keimlinge nicht mehr in Anzuchterde stehen, sollte auf gute Nährstoffzufuhr geachtet werden.

Schädlinge

Wer kennt dies nicht, die Keimling haben sich zu kräftigen Jungpflanzen entwickelt und plötzlich weisen diese ungebetene Plagegeister auf. Weisse Fliegen, Spinnmilben, rote Spinnen und Blatt- oder Schildläuse sind die häufigsten Pflanzenschädlinge. Sind die Pflanzen infolge von Nährstoffmangel schwach oder ist die Zimmerluft besonders trocken, dann sind sie besonders anfällig für diese Parasiten. Oftmals ist man diese Plagegeister jedoch mit wenigen Massnahmen wieder los. Zunächst muss die Pflanze gründlich, auch die Unterseiten der Blätter, mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespritzt werden. Ist die Pflanze schon grösser, können die befallenen Stellen auch einfach weggeschnitten werden. Danach müssen die Blätter regelmässig mit kalkarmen Wasser mithilfe einer Sprühflasche befeuchtet werden, um so die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Spinnmilben und rote Spinnen können gegebenenfalls hartnäckig sein und müssen in diesem Falle zusätzlich mit einem chemischen Spritzmittel behandelt werden.


Nach oben