Wendehals

Wendehals Wendehals
Wendehals Wendehals
Wendehals Wendehals
Eigentlich gehört er zur Familie der Spechte, doch vom Aussehen und Verhalten ähnelt er eher einem Singvogel: Der Wendehals (Jynx torquilla) zimmert keine eigene Bruthöhle, sitzt aufrecht auf Ästen und verreist im Winter in die Sahelzone. Alles Dinge, welche für einen Spechtvogel untypisch sind.

Der Name hat der leider selten gewordene Vogel aufgrund seiner auffälligen Kopfdrehungen; er kann den Kopf nämlich um 180 Grad drehen. Ansonsten ist er ziemlich unauffällig und perfekt getarnt in den Farbnuancen seines Habitats: ein rindenfarbiges Gefieder, oben gesprenkelt und mit dunklem Rückenstreif, unten gebändert.

Der Feinschmecker sucht seine Nahrung hauptsächlich am Boden. Es sind dies Ameisen und deren Larven und Puppen, aber auch Blattläuse, kleine Käfer, Schmetterlingsraupen und Spinnen verzehrt der Spechtvogel gerne.

Der wärmeliebende Vogel verreist im Winter in die Sahelzone, ist also ein Langstreckenzieher und kein Standvogel, wie zum Beispiel der Buntspecht. 

Einst ertönten seine nasalen Rufreihen überall im Lande aus Streuobstwiesen, lichten Laub- und Kiefernwäldern und Auenwäldern. Heute kann man den Wendhals nur noch an wenigen Orten hören. Aufgrund der Zerstörung seiner Lebensräume ab der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts sind die Bestände des Wendehalses gravieren zurückgegangen. Er gilt deshalb in der Schweiz als potentiell gefährdet und ist eine Prioritätsart bei die Artenförderung.

Als auf bodenbewohnende Ameisen und deren Larven spezialisierter Specht ist diese Vogelart auf lockere Vegetation in extensiv bewirtschafteten Flächen angewiesen. Durch einen verminderten Insektizideinsatz in der Landwirtschaft, die Erhaltung der für den Wendehals typischen Lebensräume und das Anbringen von Nisthöhlen können wir dem Höhlenbrüter geeignete Biotope schaffen.
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