Windensamen
Bei Pflanzen mit dem bezeichnenden Namen Winden denken viele Gärtner meist an zwei wuchsfreudige, heimische Pflanzen, die Ackerwinde (Convolvulus arvensis) und die Zaunwinde (Calystegia sepium). Neben diesen klassischen Wurzelunkräutern gibt es aber auch eine Reihe von hübsch blühenden Blumen, die sich gut zum Beranken von Spalieren, Zäunen oder anderen Kletterhilfen eignen. Mehr Informationen zur Anzucht, Pflege und Ernte von Winden und der Aussaat von Windensamen finden Sie hier.
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Trichter- oder Prunkwinde – Herkunft und Botanik
Als Gartenpflanze kommt hauptsächlich die Trichterwinde (Ipomoea purpurea), auch Purpur-Prunkwinde genannt, und die Himmelblaue Prunkwinde (Ipomoea tricolor) zum Einsatz.
Die Gattung Ipomoea aus der Familie der Windengewächse (Convulvulaceae) ist sehr artenreich. In der Fachliteratur werden um die 650 Arten weltweit genannt. Die Pflanzen kommen hauptsächlich in den tropischen Gebieten verschiedener Kontinente vor. Die sicherlich grösste Bedeutung hat die Art Ipomea batatas, die seit einigen Jahren unter der Bezeichnung Süsskartoffel oder Batate auch das Lebensmittelsortiment in Mitteleuropa bereichert.
Eine weitere Nutzpflanze aus dieser Gattung ist der Wasserspinat (I. aquatica), der vor allem in warmen Regionen Asiens angebaut wird.
Die Purpur-Prunkwinde und die Himmelblaue Prunkwinde stammen ursprünglich aus Amerika. Bei uns werden die frostempfindlichen Pflanzen als einjährige Sommerblumen kultiviert. Sie erreichen eine Höhe bis zu 5&nbps;m.
Sorten
Prunk- oder Trichterwinden haben die grösste Bedeutung. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farbtönen. Klassisch blau mit weissem Blütenhals blühen 'Blauer Himmel', 'Heavenly Blue', 'Clarcks Himmelblau' und 'Blaue Flamme'. Intensive Lilatöne bieten 'Grandpa Ott' und 'President Tylor'.
Auch Sorten mit roten ('Morgenrot', 'Crimson Rambler', 'Scarlet O'Hara') und fast weissen Blüten ('Dolce Vita', 'Milky Way') sind im Angebot. Ausserdem gibt es Samen farbig gestreifter ('Carnival Di Venezia', 'Harlequin Mix', 'New Ensign Formula') und sogar gefüllt blühender ('Split Second Double', 'Sunrise Serenade') Pflanzen.
Weitere Windenarten aus der Gattung Ipomea sind:
Prunkwinde (I. luteola) - Blüte rot bis orange
Sternwinde oder Federwinde (I. quamoclit)
Sternwinde oder Spanische Flagge (I. lobata) – Blüte gelb rot
Die Trompetenwinde (Campsis radicans) aus der Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) ist ein stark schlingendes und relativ winterhartes Gehölz. Die Pflanze eignet sich zum dauerhaften Beranken von Pergolen.
Kulturansprüche
Alle Prunkwinden sind nicht frosthart. Ansonsten sind die schnell wachsenden Pflanzen anspruchslos in der Kultur. Sie lieben einen durchlässigen und humosen Boden mit guter Nährstoffversorgung. Als Rankpflanzen, die je nach Art und Sorte Höhen bis zu 5 m erreichen können, brauchen sie entsprechende Rankhilfen in Form von langen Stäben oder Seilen, die sie, ähnlich wie Stangenbohnen, windend erklimmen. Die Pflanzen tropischen oder subtropischen Ursprungs wachsen am besten an einem warmen, sonnigen Standort.
Anzucht
Man zieht ab Ende April auf der Fensterbank oder in einem ausreichend warmen Gewächshaus Jungpflanzen in Töpfen vor, die ab Ende Mai ins Freiland gepflanzt werden können. Die schnell wachsenden Pflanzen lassen sich aber auch ab Ende Mai direkt an Ort und Stelle aussäen.
Da Winden einen relativ dickschaligen und harten Samen haben, ist es sinnvoll die Körner 24 Stunden vor der Aussaat einzuweichen. Manchmal wird auch empfohlen, die Samen mit Sandpapeir zu bearbeiten und die Schale aufzurauen. Die Keimtemperatur sollte bei mindestens 20°C liegen. Ausgesät wird in Töpfe, in die ca. 2 cm tief 3 bis 5 Körner gelegt werden.
Sobald die jungen Pflanzen eine Höhe von 5 bis 7 cm erreicht haben sollten sie Stäbe erhalten, damit die Ranken gerade nach oben klettern können.
Pflanzung
Die vorgezogenen Jungpflanzen werden frühestens ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt. Je nach Witterungsverlauf kann es auch besser sein, später zu pflanzen, da kühle Temperaturen die Entwicklung deutlich bremsen.
Die Pflanzstelle wird am besten mit gut gereiftem Kompost verbessert. Steht dieser nicht zur Verfügung, kann ein organischer Dünger verwendet werden. Nach dem Pflanzen wird gut angegossen und auch später ist auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten.
Als Rankhilfe eignen sich alle Materialien, die es den Trieben erlauben dass die Pflanzen sich an ihnen empor winden. Da die Pflanzen 3 bis 5 m hoch wachsen, bieten sich z.B. stabile Seile oder dünne Drähte an. Auch lange Stäbe können zum Einsatz kommen, wenn es keine Befestigungsmöglichkeit für die erstgenannte Methode gibt.
Pflege
An einem sonnigen und gut mit Wasser versorgtem Standort gedeihen die Pflanzen i.d.R. problemlos. Wenn die Winden üppig wachsen, kann gegebenenfalls mit einem Flüssigdünger nachgedüngt werden. Die Blüten öffnen sich meist sehr früh am Tag und verblühen meist schon am Vormittag, dafür werden aber laufend neue Blüten gebildet.
Staunässe und Bodenverdichtungen sollten in jedem Fall vermieden werden, da sie Wurzelfäulen begünstigen. Ansonsten gelten die Winden als recht unempfindlich.
Anders als die krautigen Teile der Pflanze, sind die Samen frosthart, so dass es zum unkontrollierten Aussamen kommen kann. So kommt die wärmeliebende Purpur-Prunkwinde in der Schweiz als Neophyten auch verwildert vor.