Honigbiene bei der Bestäubung an einer Apfelbaumblüte

Befruchtung bei Obst und Beeren: Wann braucht es eine zweite Sorte?

Ein Obstbaum blüht üppig, doch im Sommer hängen kaum Früchte daran? Oft liegt es nicht an der Pflege, sondern an der Befruchtung. Manche Obst- und Beerenarten tragen ganz allein, andere brauchen eine zweite Sorte in der Nähe, und bei Kiwis entscheidet sogar das Geschlecht der Pflanze über die Ernte. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Pflanzen einen Befruchter brauchen, wie weit er entfernt stehen darf und welche Partnersorten zusammenpassen.

Das Wichtigste in Kürze

Selbstfruchtbare Pflanzen wie Pfirsiche, die meisten Sauerkirschen und fast alle Beeren tragen ohne Partner. Bei Aprikosen, Zwetschgen, Quitten und Heidelbeeren steigert eine zweite Sorte den Ertrag. Äpfel, Birnen, die meisten Süsskirschen und viele Mandeln brauchen eine andere Sorte derselben Art, die gleichzeitig blüht und im Umkreis von etwa 50 bis 200 Metern steht. Kiwis sind meist zweihäusig: Nur weibliche Pflanzen tragen Früchte, und sie brauchen eine männliche Pflanze in der Nähe. Wer keinen Platz für zwei Pflanzen hat, wählt eine selbstfruchtbare Sorte oder ein Paar mit Befruchter.

Drei Fälle: Wie sich Obst und Beeren befruchten

Damit aus einer Blüte eine Frucht wird, muss Pollen auf die Narbe gelangen. Das ist die Bestäubung, und sie wird meist von Bienen, Hummeln und anderen Insekten erledigt. Ob der Pollen die Blüte danach auch befruchtet, hängt von der Pflanze ab. Im Garten lassen sich drei Fälle unterscheiden.

1. Selbstfruchtbar: Eine Pflanze genügt

Selbstfruchtbare Pflanzen befruchten sich mit dem eigenen Pollen. Dazu gehören Pfirsiche und Nektarinen, die meisten Sauerkirschen und Reben sowie Himbeeren, Brombeeren, Johannis-, Stachel- und Jostabeeren. Gartenfeigen sind ein Sonderfall: Sie bilden ihre Früchte ganz ohne Bestäubung.

2. Selbstfruchtbar, aber mit Partner ertragreicher

Aprikosen, Zwetschgen, Quitten und Heidelbeeren tragen meist auch allein. Blüht jedoch eine zweite Sorte derselben Art in der Nähe, setzen sie mehr Früchte an. Der fremde Pollen sorgt dafür, dass mehr Blüten befruchtet werden. Bei Heidelbeeren bilden gut befruchtete Beeren zudem mehr Samen und werden dadurch grösser.

3. Befruchter nötig: Ohne zweite Sorte keine Ernte

Selbstunfruchtbare Pflanzen erkennen den eigenen Pollen und weisen ihn ab. Sie brauchen den Pollen einer anderen, passenden Sorte derselben Art. Das gilt für fast alle Äpfel und Birnen, für die meisten Süsskirschen, für Nashi und für viele Mandeln. Zwei Bäume derselben Sorte helfen nicht weiter, denn sie sind genetisch identisch und verhalten sich wie ein einziger Baum.

Ein Sonderfall sind zweihäusige Pflanzen. Bei ihnen gibt es männliche und weibliche Exemplare. Nur die weiblichen tragen Früchte, die männlichen liefern ausschliesslich den Pollen. Im Obst- und Beerengarten betrifft das vor allem Kiwis und Minikiwis.

Nachbarschaftsregel: Wie weit darf der Befruchter entfernt sein?

Bienen tragen den Pollen von Baum zu Baum. Als Faustregel gilt: Der Befruchter sollte im Umkreis von etwa 50 bis 200 Metern stehen, und je näher er steht, desto sicherer ist die Befruchtung. Er muss nicht im eigenen Garten wachsen. Ein Baum beim Nachbarn oder in der Hofstatt nebenan erfüllt denselben Zweck.

Ebenso wichtig wie die Entfernung ist die Blütezeit. Befruchter und Partner müssen gleichzeitig blühen, zumindest teilweise. Eine sehr früh blühende Sorte nützt einer spät blühenden wenig, auch wenn sie direkt daneben steht.


Meist in der Nachbarschaft vorhanden: Äpfel, Birnen und Zwetschgen gehören zu den häufigsten Obstbäumen in Schweizer Gärten. In Siedlungsgebieten steht fast immer einer in Reichweite, bei Äpfeln zählen auch Zieräpfel als Befruchter. Eine eigene Partnersorte braucht es hier in der Regel nicht.


Selten in der Nachbarschaft: Kiwis, Mandeln, Aprikosen und Süsskirschen sind in Gärten deutlich seltener. Bei diesen Arten sollten Sie sich nicht auf die Umgebung verlassen, sondern den Befruchter gleich mitpflanzen, wenn die Sorte einen braucht. Dasselbe gilt für Einzellagen, etwa ein Haus am Waldrand oder in den Bergen, wo weit und breit kein Obstbaum steht.

Übersicht: Befruchtung nach Obst- und Beerenart

Die Tabelle zeigt, wie sich die einzelnen Arten verhalten. Sie beschreibt die Regel für die Art, einzelne Sorten können davon abweichen. Massgebend ist die Angabe auf der jeweiligen Produktseite.

Obst- oder Beerenart Befruchtung Zweite Sorte Befruchter in der Nachbarschaft
Äpfel fast immer selbstunfruchtbar; triploide Sorten taugen nicht als Befruchter nötig meist vorhanden, Zieräpfel zählen mit
Birnen überwiegend selbstunfruchtbar nötig meist vorhanden
Nashi / Asienbirne selbstunfruchtbar nötig gleichzeitig blühende Birnen befruchten mit
Quitten meist selbstfruchtbar steigert den Ertrag eher selten
Süsskirschen meist selbstunfruchtbar, Befruchtungsgruppen beachten; einzelne Sorten selbstfruchtbar nötig, ausser bei selbstfruchtbaren Sorten eher selten
Sauerkirschen überwiegend selbstfruchtbar nicht nötig –
Aprikosen meist selbstfruchtbar, einzelne Sorten nur teilweise steigert den Ertrag eher selten
Pfirsiche & Nektarinen selbstfruchtbar nicht nötig –
Zwetschgen meist selbstfruchtbar steigert den Ertrag meist vorhanden
Pflaumen, Reineclauden & Mirabellen je nach Sorte; viele Reineclauden selbstunfruchtbar je nach Sorte meist vorhanden, Zwetschgen befruchten mit
Mandeln viele Sorten selbstunfruchtbar meist nötig selten
Feigen tragen ohne Bestäubung kein Mehrertrag –
Kiwi & Minikiwi meist zweihäusig; einzelne Sorten selbstfruchtbar männliche Pflanze nötig praktisch nie
Kaki viele Gartensorten tragen ohne Befruchtung nicht nötig –
Heidelbeeren selbstfruchtbar steigert Ertrag und Beerengrösse selten
Himbeeren und Brombeeren selbstfruchtbar nicht nötig –
Johannis- und Jostabeeren, Stachelbeeren selbstfruchtbar nicht nötig –
Reben & Tafeltrauben selbstfruchtbar (zwittrige Blüten) nicht nötig –

Kiwi und Minikiwi: Männliche und weibliche Pflanzen

Die meisten Kiwis sind zweihäusig. Weibliche Pflanzen tragen die Früchte, männliche liefern nur den Pollen und bleiben selbst ohne Ernte. Für eine Ernte braucht es deshalb mindestens eine weibliche und eine männliche Pflanze derselben Art: Grosse Kiwis werden von einer männlichen grossen Kiwi befruchtet, Minikiwis von einer männlichen Minikiwi.

Eine männliche Pflanze reicht für mehrere weibliche. Pflanzen Sie die Kiwis mit einem Abstand von etwa 3 bis 4 Metern, zum Beispiel entlang einer Pergola oder eines Spaliers, und setzen Sie die männliche Pflanze möglichst in die Mitte. So erreicht der Pollen alle weiblichen Pflanzen gleich gut.

Bei den grossen Kiwis ist Matua die klassische männliche Befruchtersorte für die weibliche Hayward. Auch Golden Tao ist eine weibliche Sorte und trägt nur mit einer männlichen Kiwi in der Nähe. Bei den Minikiwis übernimmt Nostino die Rolle des Befruchters für die weiblichen Sorten Fresh Jumbo und Ken's Red.

Die einfachste Lösung: Kiwi-Paare

Damit beim Kauf nichts schiefgeht, gibt es passende Paare aus einer weiblichen und einer männlichen Pflanze: die Paar-Kiwis Hayward + Matua sowie bei den Minikiwis die Paar-Minikiwis Fresh Jumbo + Nostino und die Paar-Minikiwis Ken's Red + Nostino. Die beiden Pflanzen eines Paares blühen zur selben Zeit. Für eine längere Pergola ergänzen Sie weitere weibliche Pflanzen derselben Art, die männliche Pflanze aus dem Paar reicht für mehrere.

Kiwi und Minikiwi: Männliche und weibliche Pflanzen

Die meisten Kiwis sind zweihäusig. Weibliche Pflanzen tragen die Früchte, männliche liefern nur den Pollen und bleiben selbst ohne Ernte. Für eine Ernte braucht es deshalb mindestens eine weibliche und eine männliche Pflanze derselben Art: Grosse Kiwis werden von einer männlichen grossen Kiwi befruchtet, Minikiwis von einer männlichen Minikiwi.

Eine männliche Pflanze reicht für mehrere weibliche. Pflanzen Sie die Kiwis mit einem Abstand von etwa 3 bis 4 Metern, zum Beispiel entlang einer Pergola oder eines Spaliers, und setzen Sie die männliche Pflanze möglichst in die Mitte. So erreicht der Pollen alle weiblichen Pflanzen gleich gut.

Bei den grossen Kiwis ist Matua die klassische männliche Befruchtersorte für die weibliche Hayward. Auch Golden Tao ist eine weibliche Sorte und trägt nur mit einer männlichen Kiwi in der Nähe. Bei den Minikiwis übernimmt Nostino die Rolle des Befruchters für die weiblichen Sorten Fresh Jumbo und Ken's Red.

Blüte einer Kiwi
Mehrere Kiwifrüchte an einem Kiwibaum
Frisch geerntete Mini-kiwis (Actinidia arguta)

Von der Blüte bis zur Ernte: Grosse Kiwis und rote Minikiwis wie Ken's Red tragen nur, wenn eine männliche Pflanze derselben Art gleichzeitig in der Nähe blüht. Ohne Partner kommen nur selbstfruchtbare Sorten wie Solissimo und Issai aus.

Süsskirschen: Nicht jede Sorte passt zu jeder

Die meisten Süsskirschen sind selbstunfruchtbar. Hinzu kommt eine Besonderheit: Süsskirschen gehören genetisch festgelegten Befruchtungsgruppen an. Sorten derselben Gruppe weisen den Pollen der anderen ab, als wären sie eine einzige Sorte. Zwei Süsskirschen nebeneinander garantieren deshalb noch keine Ernte. Sie müssen verschiedenen Gruppen angehören und gleichzeitig blühen.

Bewährte Paare sind zum Beispiel die beiden spät blühenden Sorten Kordia und Regina oder Schauenburger und Star.

Stella: der universelle Pollenspender

Eine Ausnahme ist Stella. Die Sorte ist selbstfruchtbar und trägt eine Erbanlage, dank der ihr Pollen von allen Süsskirschen angenommen wird. Stella kann deshalb praktisch jede Süsskirsche befruchten, sofern sich die Blütezeiten überschneiden. Das macht sie zum sicheren Partner auch für alte Schweizer Sorten wie Basler Adler oder Dolleseppler, für die es kaum Befruchtertabellen gibt. Für kleine Gärten und Kübel gibt es die kompakte Zwergkirsche Compact Stella, die ebenfalls selbstfruchtbar ist.

Wenig Platz? Die Duo-Kirsche

Auf der Duo-Kirsche Stella + Star wachsen zwei Sorten auf einem Baum: Stella befruchtet Star, und beide tragen. Das spart Platz und erspart die Suche nach dem passenden Partner. Nach demselben Prinzip ist die Duo-Kirsche Schauenburger + Star aufgebaut.

Prunus avium: Kirschblüte im Frühjahr

Prunus avium: Kirschblüte im Frühjahr

Junge, grüne, unreife Kirschen am Baum

Grüne, unreife Kirschen am Baum

Erntereife Kirschen, Prunus avium

Erntereife Kirschen, Prunus avium

Triploide Äpfel und Birnen: Befruchter nötig, aber selbst keiner

Einige bekannte Sorten haben einen dreifachen statt des üblichen doppelten Chromosomensatzes. Diese triploiden Sorten wachsen oft kräftig und tragen grosse Früchte, bilden aber kaum keimfähigen Pollen. Daraus folgt zweierlei: Sie brauchen selbst einen Befruchter, und sie taugen nicht als Befruchter für andere Sorten.

Zu den triploiden Sorten gehören die Äpfel Boskoop, Gravensteiner und Jonagold sowie die Birne Alexander Lucas.

Wer eine triploide Sorte pflanzt und sich nicht auf die Nachbarschaft verlassen kann, braucht zwei weitere Sorten mit normalem Pollen: eine für den triploiden Baum und eine, die wiederum diesen Befruchter befruchtet. In Siedlungsgebieten mit vielen Apfel- und Birnbäumen übernimmt das meist die Umgebung. Wichtig ist vor allem, eine triploide Sorte nie als einzigen Partner für einen anderen Baum einzuplanen.

Biene an Apfelblüte im Frühling

Biene an Apfelblüte im Frühling

Apfel Boskoop

Apfel Boskoop

Reife Gravensteiner-Äpfel

Reife Gravensteiner-Äpfel

Mandeln: Ohne Partnersorte meist keine Ernte

Viele Mandelsorten sind selbstunfruchtbar und brauchen eine zweite Sorte, die gleichzeitig blüht. Da Mandelbäume in Schweizer Gärten selten sind, pflanzen Sie den Partner am besten gleich mit. Ein bewährtes Paar bilden die französischen Sorten Ferragnès und Ferraduel: Ferragnès ist selbstunfruchtbar, und Ferraduel gilt als ihr klassischer Befruchter. Beide blühen für Mandeln vergleichsweise spät, was das Risiko von Spätfrost in der Blüte senkt.

Ob eine Mandelsorte einen Partner braucht, steht auf der Produktseite unter «Besonderheiten».

Aprikosen, Zwetschgen, Quitten und Heidelbeeren: Mehr Ertrag mit einer zweiten Sorte

Diese vier Arten tragen in aller Regel auch als Einzelpflanze. Eine zweite Sorte, die zur gleichen Zeit blüht, lohnt sich trotzdem, wenn Sie mehr ernten möchten.

Aprikosen sind überwiegend selbstfruchtbar. Da sie sehr früh im Jahr blühen, fliegen bei kühlem Wetter aber oft nur wenige Bienen. Eine zweite Sorte erhöht dann die Chance, dass genügend Blüten befruchtet werden. Gut kombinieren lassen sich zum Beispiel Hargrand und Ungarische Beste. Einzelne Aprikosensorten sind nur teilweise selbstfruchtbar, deshalb lohnt sich ein Blick auf die Produktseite.

Zwetschgen wie die Hauszwetschge Rinklin oder Hanita sind in der Regel selbstfruchtbar. Da Zwetschgen in vielen Gärten stehen, ist ein Partner für den Mehrertrag meist ohnehin in der Nähe. Viele Reineclauden brauchen dagegen einen Befruchter, und auch hier springen oft Zwetschgen aus der Nachbarschaft ein.

Quitten wie Cydora Robusta oder Vranja sind meist selbstfruchtbar. Mit einer zweiten Quittensorte in der Nähe setzen sie oft mehr Früchte an.

Heidelbeeren sind selbstfruchtbar. Pflanzen Sie jedoch zwei oder mehr Sorten mit ähnlicher Blütezeit zusammen, werden die Beeren grösser und der Ertrag steigt deutlich. Gut zusammen passen etwa Bluecrop, Goldtraube und Berkley.

Erntereife Quitte am Quittenbaum

Erntereife Quitte am Quittenbaum

Aprikoseblüte ( Prunus armeniaca Hargrand)

Aprikoseblüte ( Prunus armeniaca Hargrand)

Saftige, reife Blaubeeren

Saftige, reife Blaubeeren

Pfirsiche, Nektarinen und Feigen: Ein Baum genügt

Pfirsiche und Nektarinen sind praktisch durchwegs selbstfruchtbar. Ein einzelner Baum trägt zuverlässig, ein Befruchter ist nicht nötig. Entscheidend für die Ernte ist hier eher der Schutz der frühen Blüte vor Spätfrost.

Gartenfeigen gehen noch einen Schritt weiter: Sie bilden ihre Früchte ganz ohne Bestäubung. Die Feigenwespe, die bei wilden Feigen für die Bestäubung sorgt, braucht es bei Gartenfeigen nicht. Ein zweiter Feigenbaum bringt deshalb keinen Mehrertrag. Wer mehr Feigen ernten möchte, sorgt besser für einen warmen, geschützten Standort.

So finden Sie im Shop die passende Kombination

Damit Sie nicht jede Sorte einzeln nachschlagen müssen, zeigt der Shop die Befruchtung direkt auf der Produktseite an:


  • Merkmal unter «Besonderheiten»: Auf der Produktseite sehen Sie, ob eine Sorte als «Selbstfruchtbar» gekennzeichnet ist oder den Hinweis «Befruchter nötig» trägt. Alle selbstfruchtbaren Obst- und Beerenpflanzen finden Sie auch gesammelt auf einer Seite.
  • Bereich «Partnersorten für die Befruchtung»: Er zeigt bei Sorten, die einen Befruchter brauchen, die passenden Partner. Bei männlichen Kiwis sind es umgekehrt die weiblichen Sorten, die sie befruchten.
  • Bereich «Partnersorten für mehr Ertrag»: Er schlägt bei selbstfruchtbaren Sorten wie Heidelbeeren, Aprikosen, Zwetschgen, Quitten, Solissimo und Issai eine zweite Sorte vor, die den Ertrag steigert.
  • Bereich «Als Duo – Befruchter inklusive»: Er führt zu den Duo-Bäumen und Paar-Kiwis, bei denen der passende Befruchter bereits dabei ist.

Duo-Bäume mit zwei Sorten auf einem Baum gibt es auch bei Äpfeln, Birnen und Zwetschgen: den Duo-Apfel Florina + Liberty, den Duo-Apfel Idared + Spartan, den Duo-Apfel Otava + Topaz, die Duo-Birne Conférence + Williams und die Duo-Zwetschge Hanita + Rinklin. Sie eignen sich besonders für kleine Gärten und für Einzellagen, in denen kein Befruchter in der Nachbarschaft steht.

Unsere Beerensträucher entdecken

Unsere Obstbäume entdecken

Häufige Fragen zur Befruchtung von Obst und Beeren

Selbstfruchtbar heisst nur, dass der Baum keinen Partner braucht. Ob die Blüten tatsächlich befruchtet werden, hängt zusätzlich vom Wetter ab: Spätfrost kann die Blüten zerstören, und bei Regen und Kälte fliegen kaum Bienen. Junge Bäume tragen oft erst ab dem zweiten bis vierten Standjahr. Weitere Gründe sind ein zu starker Rückschnitt, bei dem das Fruchtholz entfernt wurde, eine stickstoffreiche Düngung, die das Triebwachstum statt der Blütenbildung fördert, sowie die Alternanz, bei der auf ein reiches Erntejahr ein schwaches folgt.

Ja. Zieräpfel gehören zur selben Gattung wie Kulturäpfel und sind ausgezeichnete Befruchter, sofern sie gleichzeitig blühen. Viele Zierapfelsorten blühen lange und reich und liefern viel Pollen. Im Erwerbsobstbau werden sie deshalb sogar gezielt als Befruchter zwischen die Apfelreihen gepflanzt. Ein blühender Zierapfel in der Nachbarschaft erfüllt denselben Zweck wie ein zweiter Apfelbaum.

Nein. Apfel und Birne gehören zu verschiedenen Gattungen, ihr Pollen ist füreinander wirkungslos. Ein Apfelbaum braucht einen anderen Apfel oder einen Zierapfel als Befruchter, eine Birne eine andere Birnensorte. Anders ist es bei Nashi und Birne: Beide gehören zur Gattung Pyrus und können sich gegenseitig befruchten, wenn ihre Blütezeiten übereinstimmen.

Ja. Für die Befruchtung zählt die Sorte, nicht die Wuchsform. Ein Säulenapfel ist botanisch ein gewöhnlicher Apfel und kann andere Apfelsorten befruchten, wenn die Blütezeiten übereinstimmen und die Sorte nicht triploid ist. Ein Säulen- oder Zwergbaum im Kübel auf dem Balkon kann so einen grösseren Baum im Garten oder beim Nachbarn befruchten. Umgekehrt braucht ein Säulenapfel in der Regel selbst ebenfalls einen Befruchter.

Sicher erkennen lassen sich männliche und weibliche Kiwipflanzen erst an der Blüte. Weibliche Blüten haben in der Mitte einen gut sichtbaren Fruchtknoten mit vielen weissen, strahlenförmig angeordneten Narben. Sie besitzen zwar auch Staubblätter, deren Pollen ist aber nicht keimfähig. Männlichen Blüten fehlt der Fruchtknoten, sie tragen nur einen dichten Kranz aus Staubblättern. Vor der ersten Blüte sehen beide Pflanzen gleich aus, deshalb lohnt es sich, Kiwis mit angegebenem Geschlecht zu kaufen.

Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Grosse Kiwis und Minikiwis sind verschiedene Arten, die zudem oft zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Zuverlässig ist die Befruchtung nur innerhalb derselben Art: Weibliche grosse Kiwis brauchen eine männliche grosse Kiwi, weibliche Minikiwis eine männliche Minikiwi. Wer beide Arten pflanzt, braucht deshalb auch zwei verschiedene männliche Pflanzen.

Die häufigste Ursache ist ein fehlender oder unpassender Partner: Eine weibliche Kiwi ohne männliche Pflanze derselben Art in der Nähe bleibt ohne Früchte, und eine männliche Kiwi trägt nie. Zudem brauchen Kiwis Geduld, denn sie tragen meist erst ab dem dritten bis fünften Standjahr. Spätfröste im Mai können die jungen Triebe mit den Blütenknospen zerstören. Und weil Kiwis an Trieben blühen, die aus dem Vorjahresholz wachsen, kostet ein zu starker Winterschnitt die Blüten des kommenden Sommers.

Ja. Das lohnt sich vor allem bei früh blühenden Arten wie Aprikosen und Pfirsichen, wenn bei kühlem Wetter kaum Insekten fliegen, sowie bei Pflanzen unter Dach. Nehmen Sie an einem trockenen, milden Tag mit einem weichen Pinsel Pollen von frisch geöffneten Blüten auf und tupfen Sie ihn auf die Narben der Blüten, die befruchtet werden sollen. Bei selbstunfruchtbaren Sorten muss der Pollen von einer passenden Partnersorte stammen. Fehlt der Befruchter im Garten, hilft auch ein blühender Zweig einer Partnersorte, den Sie in einem Eimer Wasser in die Krone hängen.

Gartenblog