Fleischfressende Pflanzen - Karnivoren

Fleischfressende Pflanzen (Karnivoren) sind faszinierende Vertreter der Pflanzenwelt. Insgesamt gibt es über 1'000 unterschiedliche Arten von ihnen. Ihre Pflege und Kultivierung ist recht einfach, wenn Sie wissen, worauf Sie zu achten haben.

Fleischfressende Pflanzen: auch in Europa?

Karnivoren benötigen wie andere Pflanzen bestimmte Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat oder Kalium. Diese beziehen sie jedoch nicht aus der Erde, sondern über Insekten und Einzeller, die sie über spezielle Fangorgane erbeuten. Dabei handelt es sich unter anderem um:

Fliegen

Fliegen

Mücken

Mücken

Ameisen

Ameisen

Spinnen

Spinnen

kleine Einzeller

Einzeller

kleine Frösche

kleine Frösche

kleine Nager

kleine Nager

Pollen

Pollen


Karnivore Pflanzen gibt es beinahe überall: in Afrika, Australien, auf dem ganzen amerikanischen Kontinent und auch in Europa. Hierzulande kennt man allerdings nur etwa 15 Arten. Diese finden Sie insbesondere in feuchten, nährstoffarmen Moorgebieten oder an Gewässern. Dort finden sie ausreichend viele Insekten und Einzeller, die ihnen als Nahrung dienen.

In Europa ansässig sind beispielsweise mehrere Sonnentau-Arten (Drosera) oder Fettkraut wie Pinguicula vulgaris. In nährstoffärmeren Gewässern findet man auch den Gemeinen Wasserschlauch (Utricularia vulgaris).

Wie fangen Karnivoren ihre Beute?

Karnivore Pflanzen locken ihre Beute auf verschiedene Weisen an:

  • mit einem intensiven Geruch
  • mit einer auffallenden Farbe
  • mit glitzernden, nach Nektar riechenden, betäubenden Tröpfchen

Wurde das Insekt angelockt, kommt eines dieser raffinierten Beutefang-Organe zum Einsatz:

  • die Klappfallen, zum Beispiel bei der Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula)
  • die Klebfallen bei Sonnentau (Drosera) und Fettkraut (Pinguicula)
  • die Fallgrube, beispielsweise bei Schlauchpflanzen (Sarracenia) oder Kannenpflanzen (Nepenthes)
  • oder Saugfallen bei Wasserschlauch-Arten

Saugfallen werden unter Wasser angewendet. Mit ihnen gelingt es den Wasserschlauch-Karnivoren, kleine Krebse oder Wasserflöhe zu fangen.

Manche Karnivoren-Pflanzen sind zusätzlich zu ihrem Fangmechanismus in der Lage, die Beute zum Verdauungsort zu leiten. Dieser Transport erfolgt dann mithilfe von Tentakeln oder speziellen Fangklappen.


Klappfalle: Beutefang der Venusfliegenfalle

Klappfalle: Beutefang der Venusfliegenfalle


Klebfalle: Beutefang des Sonnentaus

Klebfalle: Beutefang des Sonnentaus


Fallgrube: Beutefang der Kannenpflanze

Fallgrube: Beutefang der Kannenpflanze



Welche Pflege benötigen Karnivoren?

Karnivore Pflanzen benötigen einen sehr hellen, lichtdurchfluteten Standort. Sie sollten so viel Sonnenlicht wie nur möglich erhalten. Daher eignet sich ein Standort direkt am Fenster besonders gut für sie. Als Substrat kommt eine spezielle Karnivoren-Erde oder alternativ Weisstorf infrage, der keinen Dünger enthält.

Ausserdem benötigen diese speziellen Vertreter aus der Pflanzenwelt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ungefähr 70 Prozent Luftfeuchtigkeit sind nötig, damit sie wachsen und gedeihen.

Zudem sollten Sie nur kalkfreies, weiches und sauberes Wasser zum Giessen verwenden. Am besten eignet sich Regenwasser, das jedoch relativ sauber sein muss. Alternativ können Sie auch auf demineralisiertes oder destilliertes Wasser zurückgreifen. Verzichten Sie jedoch unbedingt auf hartes, kalkhaltiges Wasser.

Sie sollten die Karnivore auch nicht einfach giessen, sondern das Wasser ungefähr zwei Zentimeter hoch in einen Untersetzer füllen. Erst wenn das Wasser aufgebraucht ist, füllen Sie dieses nach zwei Tagen Trockenzeit erneut auf.

Wenn Sie noch mehr über diese raffinierten Pflanzen erfahren möchten, liefert das Buch "Fleischfressende Pflanzen" von Jean-Jaques Labat Ihnen viele interessante Informationen.

Wollen Sie selbst einmal fleischfressende Pflanzen kultivieren, schauen Sie doch einmal in unserem Karnivoren Sortiment vorbei. Neben einem Horror-Garten-Anzuchtset mit der Venus-Fliegenfalle finden Sie hier auch Samen des Sonnentaus / Drosera capensis für Ihre eigene Anzucht.

Weitere wertvolle Informationen zum Thema Karnivoren finden Sie unter den folgenden Links:


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