Wickensamen

Wickensamen

Als Wicken werden verschie­dene Pflanzen aus der Familie der Hülsen­frücht­ler (Fabaceae), einer Unter­familie der Schmetter­lings­blütler (Faboi­deae), bezeichnet. Gärtne­risch bedeutsam ist die Duft­wicke (Lathyrus odoratus), die auch als Edel­wicke, Garten­wicke oder Wohl­riechende Platt­erbse bezeichnet wird. Diese einjährige Zier­pflanze bildet Blüten in verschie­denen Farbtönen. Die duftenden Blüten­stände eignen sich auch gut als Schnittblumen. Von Natur aus sind Wicken, ähnlich wie Erbsen, rankende Pflanzen, die sich gut an Zäunen oder Rank­gerüsten ziehen lassen. Es gibt aber auch kompakt wachsende Sorten mit niedrigem oder hängendem Wuchs, die man gut in Balkon­kästen oder Pflanz­kübeln kulti­vieren kann.

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Herkunft und Botanik

Die Stamm­form unserer Garten­wicke (Lathyrus odo­rathus) kommt als Wild­pflanze in Süd­italien und Nordwest­afrika vor. Garten­wicken erreichen Höhen bis zu 2 m. Die Fieder­blätter tragen eine end­ständige Ranke, mit der sie sich an Zäunen, Stäben oder Rank­gittern fest­heften.
Die behaarten, hülsen­förmigen Früchte, die denen der Erbse ähneln, enthalten die flach­runden, giftigen Samen.
Die Blüte­zeit erstreckt sich, je nach Aussaat- bzw. Pflanz­termin von Juni bis September. Die Blüten­farbe der verschie­denen Sorten reichen von weiss über rosa, rot bis blau.

Wicken sind vermut­lich seit dem dem 17. Jahr­hundert in Kultur. Die Züchtung der gross­blumigen und viel­farbigen Sorten erfolgte aller­dings erst Ende des 19. Jahr­hunderts. Vor allem in Gross­britan­nien, wo die Duft­wicke Sweet Pea genannt wird, entwickelte sich die Wicke dank erfolg­reicher Züchtungs­arbeit zu einer der belieb­testen Blumen des Viktori­anischen Zeit­alters. Auch heute noch gibt es in Gross­britannien enga­gierte Wicken­liebhaber. Ein interes­santes Beispiel dafür ist die schon im Jahr 1900 gegründete National Sweet Pea Society.
Im letzten Jahr­hundert wurden Wicken sogar in Gewäch­häusern als Schnitt­blumen gezogen. Heute sind sie im Schnitt­blumen­sortiment aller­dings kaum noch zu finden.

Wer Garten­zäune oder andere Flächen auf Dauer mit Wicken begrünen möchte, kann Sorten der mehr­jährigen Stauden­wicke oder Breit­blättrigen Platterbse (Lathyrus latifolius) aussäen, die in der Schweiz auch verwildert vorkommt.

Manchmal ist auch die botanische Bezeichnung Lathyrus grandi­flora zu finden. Es handelt sich dabei aber genau genommen nicht um eine andere Art der Duftwicke, sondern ist vielmehr die nicht ganz korrekte Bezeichnung für eine beliebte Sorten­gruppe von Lathyrus odoratus.
Diese Grandiflora-Sorten ent­standen Anfang 1900 in England und zeichneten sich durch einen besonderen Duft aus. Im Vergleich zu späteren Züchtungen waren die Blüten trotz des Namens noch relativ klein.

Neben der Duft- oder Garten­wicke gibt es noch die als Gründün­gungs- und Futter­pflanze verwen­dete Sommer­wicke (Vicia sativa) und die Zottel- oder Winter­wicke (Vicia villosa).

Sorten von Garten- oder Edel­wicken

Von Lathyrus odoratus gibt es eine sehr grosse Viel­zahl von Sorten und Sorten­mischungen.
Den etwas klein­blütigeren alten Züchtungen wird einen inten­siveren Duft nachgesagt. Ob das stimmt, wird man wohl selbst auspro­bieren müssen.
Als alte Züchtung gelten z.B. 'Cupani', 'Queen Alexandra' oder 'Miss Wilmott'.

Bei den Edel­wicken werden Sorten in reinen Farben, als Sorten­mischungen oder mit zwei­farbigen Blüten angeboten.

Sorten in reinen Farben:
'Apricot Sprite', 'Kingsize Navy Blue', 'Midnight', 'Chats­worth', 'White Supreme'.

Sorten mit zwei­farbigen Blüten
'Villa Roma­White Rose, 'Tour­quoise Lagoon', 'Spencer Mars', 'America', 'Elegant Ladies'.

Mischungen
'Fragran­tissima', 'Heir­loom', 'Lady Mischung', 'Anitque Fantasy Mischung', 'Early Mammouth', 'Here Come The Girls', 'Night&Day'.

Niedrige Sorten für Balkon­kasten, Kübel oder Ampel
'Ampel­korb Mischung', 'Villa Roma White Rose', 'Sugar 'N' Spice', 'Villa Roma', 'Bijou Mischung'.

Sorten von Stauden­wicken

'Winter­harte Wicke Farben­mischung', 'Weisse Perle', 'Ever­lasting Mischung'.

Kultur­ansprüche

Duftwicken bevorzugen einen hellen Standort mit gut durch­lässigem Boden. In Trocken­phasen sind sie dankbar für regel­mässiges Giessen. Alle rankenden Sorten benötigen eine Rankhilfe.
Die Pflanzen vertragen leichten Frost, können unsere Winter aber normaler­weise nicht überleben.

Anzucht von Edel­wicken

Dirket­saat im Frei­land

Edelwicken lassen sich in klimatisch begüns­tigten Regionen ab April direkt an Ort und Stelle aussäen. Die jungen Pflanzen vertragen Tempe­raturen bis -5 °C. Bei der Direk­taussaat ins Freiland werden je zwei Samen einer Tiefe von 1 bis 2 cm und einem Abstand von 8 bis 10 cm in Reihen abgelegt.
Ausser­halb der milden Weinbau­gebiete ist eine Anzucht von Jung­pflanzen meist besser.

Anzucht von Edel­wicken in Töpfen oder Schalen

Für eine frühe Blüte empfiehlt sich ab März die Anzucht von Jung­pflanzen auf der Fenster­bank in der Wohnung oder etwas später auch in einem Frühbeet oder Klein­gewächs­haus.
Am besten verwendet man dafür Anzucht­töpfe, die mit einem speziellen Anzucht­erde gefüllt werden oder die prak­tischen Quell­töpfe.

Pro Topf legt man mindestens 2, besser 4 Samen und bedeckt sie in zwei­facher Samen­stärke mit dem Anzucht­substrat. Lässt man sie vorher für einige Stunden in Wasser quellen, so keimen sie schneller. Zeigen sich die ersten Keim­blätter, sollten die Pflänz­chen an einem hellen und nicht zu warmen Ort stehen. Tempe­raturen von 10 bis 15 °C reichen vollkommen aus.
Wichtig ist neben ausreichend Licht eine gleich­mässige Wasser­versorgung, damit der Wurzel­ballen nicht aus­trocknet.

Pflanzung

Ab Ende April können die Jung­pflanzen dann ins Beet oder den Balkon­kasten gepflanzt werden. Vor dem Pflanzen arbeitet man, wenn vorhanden, am besten etwas Kompost ein. Alter­nativ oder ergänzend ist eine Düngung mit einem organischen Voll­dünger, z.B. Hauert Hato Blumen­dünger möglich. Für die Düngung der Pflanzen in Balkon­kästen, Ampeln und Kübeln eigenen sich auch Lanzeit­dünger (Blumen-Tardit, Hauer­tkugeln für Balkon­pflanzen), mit denen die Nähr­stoff­versor­gung über einen langen Zeit­raum gesichert ist.

Das Setzen der Jung­pflanzen erfolgt am besten mit einer Pflanzkelle. Der Pflanz­abstand sollte 30 x 30 cm betragen. Bei den niedrigen Sorten, von denen die meisten nur eine Höhe von 20 bis 30 cm erreichen, kann der Abstand verringert werden.

Pflege

Damit die Pflanzen zügig wachsen, ist regel­mässiges Bewässern nötig. Wenn die Pflanzen sich nach dem Anwachsen gut entwickelt haben, können sie leicht ange­häufelt werden. Diese Mass­nahme fördert die Wurzel­bildung und die Stand­festig­keit. Für eine gute Jung­pflanzen­entwicklung ist auch das regel­mässige Entfernen der Unkräuter durch Jäten notwendig, da die Wicken schlecht mit Unkraut­konkur­renz klar kommen.

Für eine lange und üppige Blüte sollten verwelkte Blüten regelmässig entfernt werden, bevor sich die Früchte bilden. So wird die Bildung neuer Blüten angeregt.

Krank­heiten und Schäd­linge

Auf zu feuchte Boden­verhält­nisse reagieren Duft­wicken leicht mit Wurzel­fäulen. Ausserdem können im Sommer der Echte Mehltau und Blattläuse Probleme bereiten. Um boden­bürtigen Krank­heiten vorzu­beugen, sollten Wicken nicht jedes Jahr an gleicher Stelle gepflanzt werden.

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