Sympetrum striolatum

Die grosse Heidelibelle im Garten: anlocken, erkennen, fördern

Die grosse Heidelibelle (Sympetrum striolatum) zählt zu den auffälligsten Libellenarten im deutschsprachigen Raum und gilt als zuverlässiger Indikator für einen naturnahen Garten mit gesundem Teich. Mit einer ungewöhnlich langen Flugzeit von Juni bis November sowie der Fähigkeit, sich durch Flügelvibration selbst aufzuwärmen, hebt sie sich deutlich von anderen Arten ab. Dieser Beitrag stellt die Merkmale, die Lebensweise und die wichtigsten Massnahmen für einen libellenfreundlichen Garten vor.

Die grosse Heidelibelle (Sympetrum striolatum) ist die grösste Heidelibelle im deutschsprachigen Raum – und ein verlässlicher Indikator für einen gesunden, naturnahen Garten. Wer sie regelmässig am eigenen Gartenteich beobachtet, macht vieles richtig: Sie meidet Pestizide, bevorzugt sauberes, stehendes Wasser und vertilgt nebenbei jede Menge Mücken.

Grosse Heidelibelle erkennen: Grösse, Farbe und Merkmale

Die grosse Heidelibelle ist im deutschsprachigen Raum tatsächlich die Grösste ihrer Gattung – und wird trotzdem häufig mit der Gemeinen Heidelibelle verwechselt. Die gesamte Körperlänge kann bis zu 44 Millimeter, ihre Flügelspannweite bis zu 60 Millimeter betragen, wobei die Weibchen geringfügig kleiner als die Männchen sind. Bis zur Geschlechtsreife sind Männchen und Weibchen blassgrün. Danach erst färbt sich ihr Körper ockergelb. Ältere Männchen sind rotbraun mit helleren Streifen an der Unterseite, die Weibchen bleiben heller in dezenten Braun- und Grünschattierungen und somit gut getarnt.

Weibchen einer grossen Heidelibelle (Sympetrum striolatum)

Weibchen einer grossen Heidelibelle

Sympetrum striolatum bei der Paarung

Sympetrum striolatum bei der Paarung

Sympetrum striolatum Männchen

Sympetrum striolatum Männchen

Wann fliegt die grosse Heidelibelle? Flugzeit bis in den Winter

Die Flugzeit der Sympetrum striolatum ist im Vergleich zu jener anderer Libellenarten relativ lang. Sie beginnt im Juni und reicht bis in den November hinein. Bei gemässigten Temperaturen sind sie sogar noch im Dezember aktiv. Dieses Phänomen ist einer Besonderheit geschuldet, die es der grossen Heidelibelle ermöglicht, auch bei niedrigen Temperaturen zu starten. Sie kann nämlich zur Erwärmung ihrer Flugmuskeln nicht nur auf die wärmende Kraft der Sonne zählen, sondern ist in der Lage, sich selbst aufzuwärmen, indem sie ihre Flügel vibrieren lässt. So kann sie sogar bei sehr niedrigen Temperaturen um die 10 Grad souverän abheben. Andere Arten, die ausschliesslich auf die Wirkung der Sonne bauen müssen, können hingegen erst ab zirka 14 Grad starten. Hochsaison für die Ablage der Larven ist im August. Und hier kommt ihre Vorliebe für saubere, ökologisch einwandfreie, stehende Gewässer ins Spiel.

Fliegende Wasserpolizei mit bescheidenen Ansprüchen

Wer Besuch von einer Sympetrum striolatum bekommt, ist ziemlich sicher stolzer Besitzer eines naturnahen Gartenteichs. Weit weg jedenfalls sind stehende Gewässer nie, wenn die grosse Heidelibelle sich die Ehre gibt. Wie die meisten Insekten schätzt sie naturnahe Biogärten ganz besonders, in denen Pestizide und Pflanzenschutzmittel sowie Kunstdünger, wenn überhaupt, nur sehr sparsam eingesetzt werden. Wichtig ist ihr auch die Verfügbarkeit von Wasser. Gross muss ein Teich oder Weiher dafür gar nicht sein, um diese Libellenart anzulocken. Nur die Temperatur muss stimmen. Zwischen 16 und 21 Grad sollte ein Gewässer schon haben, um als idealer Ablageort für ihre Larven akzeptiert zu werden.

Naturnaher Gartenteich

Naturnaher Gartenteich

Grosse Heidelibelle auf einer Blüte

Grosse Heidelibelle auf einer Blüte

Blumengarten mit Rudbeckia hirta

Blumengarten mit Rudbeckia hirta

Geschickte Jäger – zu Land und zu Wasser

Libellen im eigenen Garten anzutreffen, ist immer ein Grund zur Freude. Die smarten Flugkünstler beeindrucken aber nicht nur mit ihren geschickten Landemanövern, sondern auch mit ihrem Beitrag zu einem intakten Ökosystem. Wie viele Libellenarten ernährt sich auch die grosse Heidelibelle vorwiegend von Mücken und Fliegen, aber auch kleinere Schmetterlinge und sogar kleinere Libellenarten stehen gelegentlich auf ihrem Speiseplan. Was den zierlich-eleganten Geschöpfen auf den ersten Blick kaum jemand zutraut, ist ihr Geschick bei der Jagd nach Beute. Dafür bilden die Libellen mit ihren Beinen eine Art Käscher oder Fangkorb und jagen ihre Beute direkt im Flug. Libellenlarven lauern auf dem Gewässergrund und gut getarnt zwischen Uferpflanzen. Sie ernähren sich vorwiegend von Mückenlarven, Wasserflöhen, kleinen Schnecken und Kaulquappen.

Sympetrum striolatum auf Halm
Sympetrum striolatum
Sympetrum striolatum

Libellen und ihre Larven bereichern das heimische Ökosystem, indem sie als geschickte Jäger im Flug sowie unter Wasser zur natürlichen Regulierung von Insekten- und Kleintierpopulationen beitragen.

Grosse Heidelibelle anlocken: So machst du deinen Garten libellenfreundlich

Mit ein paar gezielten Massnahmen wird Ihr Garten zum Anziehungspunkt für die grosse Heidelibelle und ihre Artgenossen:


  • Wasser bereitstellen: Ein Teich oder Weiher ist die wichtigste Voraussetzung. Gross muss er nicht sein – entscheidend ist sauberes, stehendes Wasser mit flachen Uferzonen, in denen sich das Wasser auf 16 bis 21 Grad erwärmen kann.

  • Flachzonen schaffen: Heidelibellen legen ihre Eier gern an flachen Stellen dicht am Ufer ab. Verschiedene Tiefenzonen helfen den Larven, die im Laufe ihrer Entwicklung die Zonen wechseln.

  • Auf Fische verzichten: Goldfische und andere Teichfische fressen die empfindlichen Libellenlarven. Ein fischfreier Teich ist deutlich libellenfreundlicher.

  • Auf Pestizide verzichten: Pflanzenschutzmittel, Kunstdünger und Pestizide vertreiben Libellen. Setzen Sie auf naturnahe, biologische Gartenpflege.

  • Richtige Stauden pflanzen: Der Sonnenhut, der Zier- oder Wiesensalbei sowie der hohe Eisenhut stehen bei Libellen hoch im Kurs.

  • Uferpflanzen setzen: Rund um den Gartenteich erfreut man die Sympetrum striolatum mit Sumpfiris, Wasserdost, Laichkraut und der Sumpfseidenpflanze.

Je vielfältiger und naturbelassener ein Garten, desto wohler fühlen sich Insekten und alle anderen Gäste in ihm.

Sumpfseidenpflanze (Asclepias incarnata) mit einem Schmetterling
Wiesensalbei (Salvia pratensis)
Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Durch das Anlegen eines fischfreien Teils mit flachen Uferzonen, den Verzicht auf Pestizide sowie das Anpflanzen attraktiver Stauden und Uferpflanzen – wie beispielsweise des Wiesensalbeis (Salvia pratensis), des Wasserdosts (Eupatorium cannabinum) oder der Sumpfseidenpflanze (Asclepias incarnata) – wird der Garten zu einem idealen Lebensraum für die Grosse Heidelibelle.

Häufige Fragen zur grossen Heidelibelle (FAQ)

Libellen sind für den Menschen völlig harmlos. Sie stechen nicht und sind nicht giftig, trotz alter Spitznamen wie «Teufelsnadel». Gejagt werden ausschliesslich Insekten.

Die Flugzeit reicht von Juni bis in den November, bei milden Temperaturen sogar bis in den Dezember. Da die Flugmuskulatur durch Flügelvibration selbst aufgewärmt werden kann, ist ein Start bereits ab etwa 10 Grad möglich. Andere Libellenarten benötigen hingegen rund 14 Grad.

Beide Arten werden häufig verwechselt. Die grosse Heidelibelle (Sympetrum striolatum) ist die grössere der beiden mit bis zu 44 Millimeter Körperlänge und 60 Millimeter Flügelspannweite. Die genaue Bestimmung gelingt am besten über Beinfärbung und Brustzeichnung.

Entscheidend sind ein naturnaher Gartenteich ohne Fische, flache Uferzonen, geeignete Stauden- und Uferpflanzen sowie der Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger. Bereits ein kleiner Teich genügt, sofern das Wasser sauber ist und sich auf 16 bis 21 Grad erwärmen kann.

Ausgewachsene Tiere jagen vor allem Mücken und Fliegen im Flug, gelegentlich auch kleinere Schmetterlinge und kleinere Libellenarten. Die Larven ernähren sich im Wasser von Mückenlarven, Wasserflöhen, kleinen Schnecken und Kaulquappen und leisten so einen natürlichen Beitrag zur Mückenkontrolle.

Im Beet stehen Sonnenhut, Wiesensalbei und hoher Eisenhut hoch im Kurs. Rund um den Gartenteich bieten Sumpfiris, Wasserdost, Laichkraut und Sumpfseidenpflanze ideale Bedingungen für Libellen.

Goldfische und andere Teichfische fressen die empfindlichen Libellenlarven und reduzieren so den Bestand erheblich. Ein fischfreier Teich ist daher die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Larvenentwicklung.

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