Brandpilze an Gartenpflanzen: Erkennen und vorbeugen
Brandpilze zählen zu den weniger bekannten pilzlichen Krankheitserregern und treten vor allem an Gräsern und Getreide auf, seltener auch an Frühblühern und Seggen. Ihren Namen verdanken sie der dunkelgrauen bis schwarzen Sporenmasse, die an Russ oder Asche erinnert. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Vertreter wie Weizensteinbrand und Maisbeulenbrand vor, erläutert Schadbilder und Ausbreitungswege und zeigt praktische Vorbeugungsmassnahmen für Garten und Bioanbau.
Viele Gartenpflanzen werden regelmässig von pilzlichen Krankheitserregern befallen. An Apfel, Rosen oder Kürbis tritt häufig der Echte Mehltau auf, an Erdbeeren, Salat oder Bohnen der Grauschimmelpilz, ein klassischer Fäuleerreger.
Seltener findet man Vertreter aus der Gruppe der Rostpilze, wie beispielsweise Himbeerrost, Rosenrost oder Schnittlauchrost. Kaum bekannt sind dagegen die Brandpilze, die man im Garten kaum zu Gesicht bekommt. Die Vertreter dieser Pilzgruppe haben ihren Namen von der dunkelgrauen oder schwarzen Sporenmasse bekommen, die an Russ oder Asche erinnert.
Brandpilze treten in erster Linie an Gräsern in Erscheinung. So schädigt vor allem im Biogetreideanbau der Weizensteinbrand (Tilletia caries), auch Stinkbrand genannt, an Weizen und Dinkel. Statt fester Weizenkörner bilden mit dem Erreger infizierte Pflanzen so genannte Brandbutten aus. Statt fester Körner entsteht in der Samenhülle die anfangs schmierige-braune Sporenmasse, die unangenehm nach Heringslake oder faulem Fisch riecht.
Die Krankheit wird durch am Saatgut haftende Sporen auf den Keimling übertragen. An trocken Samenkörnern können die Pilzsporen viele Jahre überleben. Bei der Keimung des Getreidekorns wächst der Pilz in die junge Pflanze ein und besiedelt im Laufe der Zeit die Ähre.
Stark befallenes Getreide ist ungeniessbar. Der Pilz bildet das Mycotoxin Trimethylamine. Befallenes Getreide kann daher weder als als Viehfutter, noch für die menschliche Ernährung verwendet werden.
Maisbeulenbrand
Gersteflugbrand
Brandpilz (Urocystis eranthidis) an Winterling
Im konventionellen Anbau hat der Erreger nur geringe Bedeutung, da Infektionen der Sämlinge durch die Beizung des Saatgutes mit chemisch-synthetischen Fungiziden sehr erfolgreich verhindert werden können. Im Bioanbau stehen vergleichbare Beizmittel nicht zur Verfügung, so dass vor allem Hygienemassnahmen sowie eine Hitzebehandlung des Saatgutes von Bedeutung sind.
Neben dem Steinbrand treten an Weizen noch der Zwergsteinbrand sowie der Weizenflugbrand auf. Auch Gerste und Hafer können von Brandpilzen befallen werden.
Maisbeulenbrand
Im Garten wird man in erster Linie dem auffälligen Maisbeulenbrand begegnen, der auch häufig an Gemüse- oder Zuckermais auftritt. Man erkennt ihn an den bis zu faustgrossen Wucherungen, die vorwiegend am Maiskolben aber auch an Stängeln und Blättern entstehen. In den silbrig grauen, schwammartigen Gebilden entsteht die dunkle Sporenmasse. Im Frühjahr werden die Maispflanzen durch Sporen infiziert, die durch Wind oder Wasserspritzer auf die Pflanze gelangen, wo sie in winzige Wunden eindringen.
Im Gegensatz zum Steinbrand des Weizens entwickelt der Pilz keine Toxine. In jungem Zustand gelten die Brandbeulen in Südamerika sogar als Delikatesse. Laut der Verordnung über Speisepilze (Pilzverordnung, Vsp) ist der Maisbeulenbrand seit 2002 in der Schweiz als Speisepilz gelistet. Unter der mexikanischen Bezeichnung Huitlacoche findet man im Internet neben Bezugsquellen für Konserven auch Rezepte zur Zubereitung des Pilzes.
Im Garten entsorgt man befallene Pflanzen am besten, bevor sich die dunkle Sporenmasse bildet, da Sporen mehrere Jahre im Boden überdauern können. Ausführliche Informationen zum Maisbeulenbrand bietet die Seite www.pflanzenkrankheiten.ch.
Pilzlichen Krankheitserreger wie der Echte Mehltau oder Grauschimmelfäule treten an Gartenpflanzen relativ häufig auf.
Selten zu findende Brandpilze
Selten zu findende Brandpilze Neben verschiedenen Seggenarten (Carex spec.) werden auch Frühblüher wie Scilla, Traubenhyazinthe und Winterling von Brandpilzen befallen. Allerdings muss man schon sehr genau hinsehen, um die Schadpilze an Blüten, Trieben oder Blättern zu entdecken.
Eine sehr umfangreiche Darstellung mit vielen Fotos von an Wild- und Kulturpflanzen vorkommenden Brandpilzen bietet die Seite phytoparasiten.de von Dr. Julia Kruse.
Ce texte a été rédigé en allemand et traduit en français par notre expert en protection des plantes Christoph Hoyer.