Amaranthsamen
Der Amaranth, vielleicht besser bekannt unter dem Namen Fuchsschwanz, wird einerseits als Zierpflanze angebaut, hat aber andererseits auch eine zunehmende Bedeutung als Nahrungspflanze. Besonders dekorativ sind die roten, gelben oder violetten Blütenstände, die sich sowohl für frische Sträusse, als auch für Trockengebinde eignen. Mehr Informationen zur Anzucht, Pflege und Verwendung von Amaranth finden Sie hier.
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Herkunft und Botanik von Amaranth
Weltweit kommen zwischen 60 bis 100 Amaranthusarten vor. In der Schweiz sind laut infoflora.ch 13 Arten wildwachsend anzutreffen. Es handelt sich dabei um einheimische Wildarten sowie verwilderte Kulturpflanzen. So findet man in der Schweiz den Roten Gartenamaranth (Amaranthus caudatus) auch ausserhalb von Gärten in der freien Natur.
Alle als Zierpflanzen genutzten Arten stammen ursprünglich aus tropischen, subtropischen oder warmgemässigten Regionen Asiens, Afrikas und Amerikas, auch wenn die genaue Herkunft im Einzelfall oft unklar ist.
Der Amaranth gehört zur Familie der Amaranthaceae, in die heute auch die Gänsefussgewächse wie z.B. Spinat, Krautstiel und Rande eingeordnet werden. Insgesamt ist die exakte systematische Einordnung allerdings etwas unklar.
Alle Arten sind einjährig, bilden also im Aussaatjahr Samen und sterben danach ab. Das gilt auch für den bei uns heimischen Rauhaarigen Amaranth (Amaranthus retroflexus) und den Warzenfrüchtigen Amaranth (Amaranthus tuberculatus), die beide teilweise grössere Bedeutung als Unkräuter haben.
Arten und Sorten für den Anbau als Zierpflanze
Am bekanntesten ist sicherlich der Rote Gartenamaranth (A. caudatus) mit seinen lang überhängenden Blütenständen, die der Pflanzenart den Namen Fuchsschwanz verliehen haben. Auffällig gefärbte Blütenstände bilden auch der Rispen-Fuchsschwanz (A. cruentus), der Trauer-Fuchsschwanz (A. hypochondriacus) und der ebenfalls als Rispen-Fuchsschwanz bezeichnete A. paniculatus. Der Dreifarbige Amaranth (A. tricolor) zeichnet sich durch seine auffällig gefärbten Blätter aus.
Nicht zur Gattung Amaranth gehören die beiden als Kugelamaranth bezeichneten Arten Gomphrena globosa und Gomphrena haageniana.
Eng mit den Amarantharten verwandt ist das Inkakorn, besser bekannt unter der Bezeichnung Quinoa (Chenopodium quinoa) Auch von dieser Art gibt es Sorten mit farbigen Rispen, die sich für Dekorationszwecke eignen. Hauptsächlich wird Quinoa allerdings als Pseudogetreide verarbeitet.
Arten und Sorten für die Körnerproduktion
Amaranth gilt, ähnlich wie Quinoa, als Superfood. Neben der Körnernutzung können aber auch Blätter und junge Stiele als spinatartiges Gemüse verzehrt werden. Die Samen der als Zierpflanzen angebauten Sorten lassen sich bei ausreichender Reife auch für Speisezwecke verwenden. Für den professionellen Anbau als Ackerbaukultur werden allerdings spezielle Sorten mit besserem Ertrag empfohlen.
Wer sich für den Anbau von Amaranth zur Körnerproduktion interessiert, findet auf der Seite von biofarm.ch Hinweise dazu. Auch auf der Seite Bio aus Baden-Württemberg gibt es Informationen zum professionellen Anbau von Amaranth.
Kulturansprüche
Amaranth wächst am besten auf leichteren Böden in klimatisch begünstigten Regionen. Baut man die Pflanze nur zu Zierzwecken an, gedeiht die Pflanze auch ausserhalb der Weinbauregionen, sollte aber möglichst sonnig stehen. Staunässe und verdichtete, schwere Böden sind zu meiden.
Anzucht von Amaranth
Da Amaranth keinen Frost verträgt und eine Keimtemperatur von 15 bis 20°C benötigt, kann erst ab Mitte Mai direkt ins Freiland gesät werden. Besser ist eine Vorkultur in Töpfen auf der Fensterbank oder in einem Frühbeet oder Gewächshaus.
Am besten sät man ab Anfang April in Saatschalen aus, die mit einem Aussaatsubstrat gefüllt werden. Die sehr feinen Samen streut man breitflächig aus und siebt anschliessend mit einer dünnen Schicht Substrat ab. Damit die Substratoberfläche beim Wässern nicht verschlämmt, benutzt man am besten einen Drucksprüher.
Sobald die jungen Keimlinge die ersten Blätter zeigen, kann in Töpfe oder Multiplatten pikiert werden.
Pflanzung und Pflege
Wenn ab Mitte Mai keine Frostgefahr besteht, werden die Jungpflanzen ins Freiland bzw. in ein grosses Pflanzgfäss oder den Balkonkasten gesetzt. Der Pflanzabstand sollte 40 bis 80 cm betragen. Er richtet sich nach der Endgrösse der Pflanzen, die je nach Art und Sorte 60 bis 300 cm hoch werden können.
Wenn man die jungen Triebe der Pflanzen im Jugendstadium pinziert, d.h. von der Spitze her einkürzt, werden Seitentriebe gebildet, so das die Pflanzen ein eher buschiges Aussehen erhalten und nicht so stark in die Länge wachsen.
Hoch wachsende Sorten stäbt man am besten, damit sie bei Starkregen und Wind nicht umfallen.
Ernte
Für die Verwendung als Schnittblume werden die Blütenrispen geerntet, wenn 30% der winzigen Blüten geöffnet sein. Blütezeit ist von Juli bis September. In der Vase halten die frischen Blütenstände ca. eine Woche.
Will man die Rispen für Trockensträusse verwenden, wird der Blütenstand bei trockener Witterung geschnitten, bevor die Samenreife beginnt. Zum Trocknen werden die Stängel kopfüber an einem trockenen, warmen und vor Sonnenlicht geschützten Ort aufgehängt.
Möchte man die winzigen Körner ernten, muss man etwas länger warten bis die Samen im Frühherbst reif sind. Anschliessend werden die Rispen getrocknet. Um die winzigen Körner aus dem Samenstand herauszulösen zerschneidet man die getrockneten Rispen in kleiner Teile und rebbelt sie durch ein Sieb, das die nur ca. 1 mm dicken Samen durchlässt, gröbere Teile des Samenstandes aber zurückhält. In einem weiteren Arbeitsgang müssen dann noch feine Verunreinigungen beseitigt werden. Das funktioniert am besten indem man die noch verunreinigten Samen in einer flachen Schale häufig hin und her bewegt oder vorsichtig schüttelt und mit einem Föhn oder dem eigenen Atem leicht darüber bläst. So werden feine Pflanzen- und Schmutzteile, die leichter sind als die Körner, weggeblasen.
Junge Blätter und zarte Triebe können den ganzen Sommer gepflückt und als Spinat genutzt werden. Ältere Blätter enthalten Oxalsäure und eignen sich daher nicht zum Verzehr.
Massnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge
Unter hiesigen Klimabedingungen sind kaum Krankheiten und Schädlinge bekannt. Allerdings kann es in feuchten Jahren leicht zu Fäulen kommen.
Jungpflanzen sind durch Nacktschnecken gefährdet. Wer Körner ernten möchte, sollte die Pflanzen rechtzeitig mit Netzen abdecken, um sie vor Vogelfrass zu schützen.