Gall­milben an Gehöl­zen   auf­fällig, aber meist harm­los


C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Gall­milben sind winzig kleine Tiere, die man i.d.R. nur mit Hilfe einer Lupe oder eines Stereo­mikro­skopes erken­nen kann. Den Winter ver­bringen viele Ver­treter dieser Milben­art ver­steckt in den Knospen, bzw. unter den Knospen­schuppen ihrer Wirts­gehölze.

Gall­milben gehören zu den Spinnen­tieren. In den meisten Fällen verur­sachen sie im Garten keine nennens­werten Schäden, sondern nur auf­fäl­lige Ver­ände­rungen an den Blättern, die sich auf den ersten Blick oft nicht er­klären lassen.
Nur die Johan­nis­beer­knospen­gall­milbe und die Kräusel­gall­milbe der Wein­rebe verurs­achen ernst­hafte Schäden, die einen deut­lichen Ein­fluss auf Wachs­tum und Ertrag haben können.

In der Regel haben Gall­milben keinen deutschen Namen, sondern nur einen wissen­schaft­lichen.
Meist bezeich­net man die Gall­milben nach dem Schad­bild, das sie verur­sachen, als Knospen-, Filz-, Pocken- oder Blatt­rand­gall­milbe.

Knospen­gall­milben

Knospen­gall­milben leben in den Knospen von Gehölzen, die im Laufe des Sommers, im Gegen­satz zu nicht befal­lenen Knospen, deutlich an­schwel­len.
Besonders auf­fällig ist das bei den Knospen­gall­milben, welche an Schwarzer Johannis­beere die so genann­ten Rund­knospen verur­sachen. Schneidet man solch kugelig ver­grös­serte Knospen auf, kann man mit einer guten Lupe und etwas Geschick Un­mengen von wurm­artigen, glasig durch­schei­nenden Gall­milben beobach­ten, die in den Knospen an den eng zu­sammen­gefal­teten Blättern saugen. Auch an Hasel­sträu­chern findet man im Winter­halb­jahr solch auf­fällig ver­dickte Knospen, die von tausenden 0.2 mm langen Gall­milben besiedelt sind.
Oft ver­trocknen die befal­lenen Knospen schon im Winter. Manche treiben aller­dings im Früh­jahr aus und sterben dann sehr bald ab.
Sobald sich die ersten jungen Triebe der Gehölze bilden, wandern die winzigen Tiere aus den Knospen auf die jungen Triebe aus und besie­deln im Laufe des Sommers die neuen Knospen.

Am besten bricht man die Rund­knospen im Laufe des Winters aus. Bei Schwarzer Johannis­beere kann auch ein Ver­jüngungs­schnitt positiv wirken, da junge, kräftige Triebe anfangs weniger von dem Schäd­ling befallen werden.

Zuge­lassene Präpa­rate zur Bekäm­pfung von Gall­milben, finden sich im Pflanzen­schutz­mittel­verzeich­nis des Bundes­amtes für Land­wirt­schaft. In der Regel müssen die Mittel ge­spritzt werden, wenn die Gall­milben im Früh­jahr aus den Knospen auf die neuen Triebe aus­wandern.


Birnenblatt mit Pockenmilben-Befall

Birnen­blatt mit Pocken­milben-Befall

Knospengallmilben an schwarzer Johannisbeere

Knospen­gall­milben an schwarzer Johannis­beere

Beutelgallmilben an Pflaumenblatt

Beutel­gall­milben an Pflaumen­blatt

Filz­gall­milben

Verur­sachen die Gall­milben filz­artige Verän­derungen auf der Blatt­haut ihrer Wirts­pflanze, spricht man von Filz­gall­milben. Klassische Ver­treter finden sich an Wein­rebe, Walnuss, Linde und Erle. Durch die Saug­tätig­keit der Gall­milben werden die Zellen der Blatt­haut zur verstärk­ten Bildung von Blatt­haaren ange­regt, so dass der typische Filz­rasen ent­steht, der manch­mal auch mit dem Sporen­rasen von Mehl­tau­pilzen verwech­selt wird.
Betrof­fene Blätter altern etwas schneller als gesunde. Im Grossen und Ganzen schaden die Ver­treter der Filz­gall­milben ihren Wirts­pflanzen aber nur wenig.
Die Tiere sind in dem Filz­rasen kaum zu finden, da die Aktivität nur weniger Indi­viduen zu starker Blatt­haar­bildung führt.

Pocken­milben

Ein weiteres Schad­bild, das durch Gall­milben verur­sacht wird, ist die Pocken- oder Knötchen­bildung im Blatt. An den Blättern von Walnuss­bäumen und von Birnen ist diese Erschei­nung sehr häufig zu finden, gelegent­lich auch an Apfel und Eber­esche.

Hörn­chen-, Beutel- oder Stift­gall­milben

An Ahorn, Linde und Trauben­kirsche erscheinen regel­mässig von Früh­jahr bis in den Herbst auf­fällige oftmals rot gefärbte hörn­chen- oder blasen­artige Gallen. Auf Pflaumen und Zwetschg­en sind oft beutel­förmige Gallen zu finden. Die Milben leben den Sommer über in den Hörn­chen oder Bläschen.

Blatt­rand­gall­milben

Diese Gall­milben verur­sachen ein Ein­rollen des Blatt­randes. Sie treten z.B. an Holunder, Pfaffen­hütchen und Buche auf.

Kräusel­milben

Unter dieser Bezeich­nung werden Gall­milben zusammen­gefasst, die durch ihre Saug­tätig­keit zu Trieb­stau­chungen und Blatt­defor­mationen führen. Man findet sie z.B. an Wein­reben und jungen Pflaumen­bäumen.

Fazit zu Gall­milben im Garten

Im Garten ist eine Bekäm­pfung von Gall­milben i.d.R. nicht erfor­derlich. Einzige Aus­nahme ist die Johannis­beer­gall­milbe, die tat­sächlich deutliche Schäden verur­sachen kann. Produkte zur Bemkäm­pfung von Gall­milben fiden Sie bei uns im Shop.

Der Saemereien.ch-Pflanzen­schutz­experte

Christoph Hoyer ist gelernter Gemüse­gärtner und hat nach dem Studium der Garten­bau­wissen­schaften an der Uni­versität Hannover, einige Jahre als Fach­schul­lehrer und wissen­schaft­licher Versuchs­leiter im Gemüse­bau gearbeitet. Danach war er fast dreissig Jahre als Dezernent beim hessischen Pflanzen­schutz­dienst für den Nützlings­einsatz im bio­logischen Pflanzen­schutz, Erwachsenen­fort­bildung für Gärtner aller Fach­richtungen, sowie den Aufbau einer Online-Informations­platt­form rund um den Pflanzen­schutz im Garten und im öffentlichen Grün tätig. Heute ist Christoph Hoyer für Saemereien.ch als Experte rund um Fragen zu bio­logischem Pflanzen­schutz, der B­ekämpfung von Schäd­lingen und dem Einsatz von Nütz­lingen tätig.

C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Christoph Hoyer


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