Lauch­motte und Lauch­minier­fliege – zwei bedeu­tende Schäd­linge an Lauch


C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Die Lauch­motte

An Lauch ist die Lauch­motte schon sehr lange als Schäd­ling bekannt. Im Juni legen die nacht­aktiven Falter ihre Eier an die Blätter der Lauch­pflanzen. Bei Tempe­raturen von 25 °C schlüpfen die jungen Räupchen schon nach 3 bis 4 Tagen. Die winzigen Larven bohren sich in das Blatt­gewebe ein. Im Laufe der Larven­ent­wicklung verur­sachen die Tiere z.T. erheb­liche Schäden an Blättern und später auch am Schaft. Über die Verlet­zungen können Fäule­erreger in die Pflanzen ein­dringen und den Lauch so zusätz­lich schädigen. Nach ungefähr 2 Wochen ist die Larven­entwick­lung abge­schlossen. In einem Kokon verpuppen sich die Larven und nach einer weiteren Woche schlüpfen die motten­ähnlichen Falter.

Pro Jahr werden, abhängig von der Witterung, zwei bis Genera­tionen gebildet. Lauch­pflanzen sind also bis in den Herbst hinein gefährdet. Die Tiere über­wintern meist als Falter, gelegent­lich auch als Puppe.

Neben Lauch können auch Zwiebel, Knob­lauch und Schnitt­lauch befallen werden. Aller­dings treten an diesen Kulturen deutlich seltener Schäden auf.


Lauchmotten Larven

Lauchmotten­larven

Lauchmotten Puppen

Lauchmotten­puppen

Schadbild Lauchmotten

Schadbild Lauchmotten­befall

Mass­nahmen gegen die Lauch­motte

Die sicherste Methode gegen einen Befall der Lauch­pflanzen mit diesem Schäd­ling ist das Abdecken der Pflanzen mit einem Kultur­schutz­netz. Am besten werden die Netze unmittel­bar nach dem Pflanzen über den Lauch gelegt und gut an den Rändern befestigt. So werden die Falter von den Pflanzen fern gehalten, so dass keine Eiablage statt­finden kann.

Die Netze bleiben bis kurz vor der Ernte auf den Pflanzen und werden nur für Pflege­arbeiten, wie Hacken und Unkraut­jäten, für kurze Zeit abgenommen.
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Die Lauch­minier­fliege

Während die Lauch­motte schon unseren Gross- und Urgross­eltern bekannt war, gilt die Lauch­minier­fliege als relativ neuer Schäd­ling. Ende der 1980er Jahre trat sie in Ungarn und der Slowakei auf, später wurde sie auch in Öster­reich und Deutsch­land nachge­wiesen. In der Schweiz gab es im Jahr 2003 in der Anbau­region um Basel verstärkt Schäden an Winter­zwiebeln durch diesen Schädling.
Inzwischen ist die Lauch­minier­fliege weit verbrei­tet und tritt regel­mässig jedes Jahr auf.

Im Früh­jahr, meist im April, schlüpfen die 4 bis 6 mm grossen Fliegen aus den Puppen, die im Gewebe von über­winternden Zwiebel­gewächsen die kalte Jahres­zeit über­dauern.
Am besten bemerkt man die Aktivität der Tiere an den so genannten Frass­grübchen, winzigen hellen Pünktchen, die durch eine Art Saug­frass an Schnitt­lauch, Lauch oder Zwiebel entstehen.
Wenig später legen die Weib­chen mit Hilfe ihres Lege­stachels die Eier in das Pflanzen­gewebe. Die Larven fressen erst unauf­fällig in den Blättern. Mit zuneh­mendem Wachstum der Larven dringen diese immer mehr in den Schaft ein. Lauch­jung­pflanzen zeigen dann oftmals ein ver­drehtes Wachs­tum und werden schnell von eindringen Fäule­erregern zerstört. Die Larven der ersten Generation verpuppen sich in den Pflanzen und über­dauern dort den Sommer.

Ab Ende August schlüpfen dann die Fliegen der zweiten Gene­ration. Sie befallen von September bis in den Herbst hinein den schon gut entwickelten Lauch. Anfäng­lich sieht man den Befall kaum, da die Larven in tieferen Schichten des Schafts fressen. Häufig erkennt man erst zur Ernte­zeit den Befall, wenn die äusseren Blätter beim Putzen entfernt werden. Da die weissen bis gelb­lichen Larven tief in die Pflanze ein­dringen, sind die Pflanzen auch nach stärkerem Putzen meist nicht mehr verwert­bar. Neben den Larven findet man im Herbst auch die braunen Puppen.


Lauchminierfliege

Lauchminier­fliege

Schadbild Lauchminierfliege

Schadbild Lauch­minier­fliege

Schadbild Lauchminierfliege

Schadbild Lauch­minier­fliege

Mass­nahmen gegen die Lauch­minier­fliege

Leider gibt es im Garten kaum eine Möglichkeit, die Lauchpflanzen vor Befall zu schützen. Kulturschutznetze, die hervorragend gegen die Lauchmotte wirken, zeigen gegenüber der Lauchminierfliege leider keine ausreichende Wirkung.

Die winzigen Fliegen können problem­los durch die Maschen des Netzes schlüpfen. Auch engmaschige Netze mit einer Maschen­weite von 0,8 x 0,8 mm bringen leider nicht den gewünschten Erfolg. Wo die Lauch­minier­fliege regel­mässig anzu­treffen ist, wird man wohl oder übel auf den Anbau von Lauch und Zwiebel verzichten müssen.

Der Saemereien.ch-Pflanzen­schutz­experte

Christoph Hoyer ist gelernter Gemüse­gärtner und hat nach dem Studium der Garten­bau­wissen­schaften an der Uni­versität Hannover, einige Jahre als Fach­schul­lehrer und wissen­schaft­licher Versuchs­leiter im Gemüse­bau gearbeitet. Danach war er fast dreissig Jahre als Dezernent beim hessischen Pflanzen­schutz­dienst für den Nützlings­einsatz im bio­logischen Pflanzen­schutz, Erwachsenen­fort­bildung für Gärtner aller Fach­richtungen, sowie den Aufbau einer Online-Informations­platt­form rund um den Pflanzen­schutz im Garten und im öffentlichen Grün tätig. Heute ist Christoph Hoyer für Saemereien.ch als Experte rund um Fragen zu bio­logischem Pflanzen­schutz, der B­ekämpfung von Schäd­lingen und dem Einsatz von Nütz­lingen tätig.

C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Christoph Hoyer


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