Überwinterung von Wildbienen

Wenn die Temperaturen in den Wintermonaten in den Minusbereich sinken, wird das für unsere heimischen Wildbienen und Hummeln zu einer echten Herausforderung. Doch sie haben ihre ganz eigenen Strategien, um diese zu meistern. Dennoch schaffen es bei Weitem nicht alle von ihnen, bis zum Frühjahr zu überleben. Erfahren Sie hier, wie Sie die Bienen bei ihrer Überwinterung unterstützen können.

Wie überwintern Wildbiene und Hummel?

Honigbienen überwintern zusammen im Bienenstock. Doch wilde mitteleuropäische Bienenarten sind in der Regel Solitärbienen. Das heisst, dass sie als Einzelgänger leben. Sie sind zudem häufig nur einjährig und sterben nach der Eiablage im Sommer. Ihre unterirdischen oder in hohle Pflanzen eingebauten Brutzellen statten sie vorher mit Nahrung für die neuen Bienen aus und verschliessen diese. Manchmal dienen ihnen auch Bohrlöcher von heimischen Käfern als Nistplatz. Aus diesen Eiern entwickeln sich später die Larven, die zu Puppen werden. In diesem Stadium verbringen die meisten Wildbienen den gesamten Winter. Erst im Frühjahr oder Frühsommer schlüpfen sie.

Keulhornbienen, die an ihrer schwarz-glänzenden Farbe erkennbar sind, überwintern gerne in den Hohlräumen von Pflanzen. Wichtig ist, dass sie dort geeignete Eintrittsstellen finden. Geeignet hierfür sind die Pflanzenstängel von Brombeer- oder Holundersträuchern, Rosenranken und Fliederbüsche. Möchten Sie diese Pflanzen in Ihren Garten integrieren, finden Sie in unserem Online-Shop das passende Saatgut dafür.

Die grösste heimische Wildbienenart ist die Blauschwarze Holzbiene. Hier überwintern Männchen und Weibchen in oberirdischen Hohlräumen. Geeignet für diese Wildbiene sind Baumhöhlen, Spalten in Mauern oder Lehmwände.


Überwinterung Wildbiene in Erdloch
Bienenhotel im Wald
Bienenhaus von Honigbienen im Winter

Die Hummel: eine Ausnahme

Die Hummel ist nicht besonders kälteempfindlich. Ihre Königin legt schon im Frühjahr Nester an und lebt dort, ähnlich wie die der Honigbienen. Im Sommer bildet sich ein Volk, von dem die alte Königin, die Arbeiterinnen sowie die Drohnen im Herbst sterben. Die überlebenden Jungköniginnen haben ein Fettpolster angefressen und produzieren ein körpereigenes Frostschutzmittel. Bei diesem Schritt können Sie Ihnen schon unter dem Jahr helfen, indem Sie für sie nahrhafte Wildbienen-Blumenmischungen säen.

Die begatteten Jungköniginnen suchen sich einen Unterschlupf für den Winter, der meistens unterirdisch gelegen ist. Oftmals verlassen sie diesen bereits im Februar, um sich wieder auf die Suche nach Blüten und Nisthöhlen zu begeben und ein neues Volk bilden.

Hilfe für Wildbienenarten

Die Überwinterung der wilden Bienen wird durch mehrere Faktoren stark gefährdet, beispielsweise durch Witterungseinflüsse, starke Temperaturwechsel, Überschwemmungen und das Auftauen und wieder Gefrieren der Erde.

Aus diesem Grund ist es wichtig, ihnen die Überwinterung so angenehm wie möglich zu machen. Keulhornbienen beispielsweise können Sie unterstützen, indem Sie abgestorbenen Pflanzenteile aus Ihrem Garten nicht gleich entfernen. Lassen Sie diese ruhig bis zum nächsten Frühjahr stehen. Gleiches gilt für Maulwurfshügel und Komposthaufen.

Bringen Sie gerne auch schon im Frühling Nistkästen am Haus, Balkon, Gartenhaus oder an Mauern an und lassen Sie diese das ganze Jahr über dort hängen. So dienen sie nicht nur dem Nisten, sondern auch der sicheren Überwinterung bestimmter Bienenarten.

Wenn Sie die Hummel unterstützen wollen, entfernen Sie Moos und Mauerritzen nicht vor dem Frühling. Ideal für Hummeln sind Überwinterungsplätze, die nach Nord-West ausgerichtet sind. Das verhindert, dass die Erde zu viel Sonne ausgesetzt ist, was zu einem verfrühten Erwachen der Junghummeln führen kann.


Hummel

Hummeln sind weniger kälteempfindlich.


Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)

Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)


Keulhornbiene (Ceratina)

Keulhornbiene (Ceratina)


Wertvolle Informationen zum Thema Wildbienen im Winter finden Sie unter den folgenden Links:


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