Kamillesamen
Beim Geschmack von Kamillentee scheiden sich die „Geister“, die einen schwören auf sein Aroma und seine beruhigende Wirkung, den anderen ist er einfach zu bitter. In jedem Fall ist die Heilwirkung der Echten Kamille unbestritten, sowohl als Mittel gegen Magen- und Darmverstimmung und auch als Salbe oder Tinktur zur äusserlichen Anwendung bei Entzündungen. Mehr Informationen zur Anzucht, Pflege und Ernte von Kamille und der Aussaat von Kamillesamen finden Sie hier.
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Herkunft und Botanik der Kamille
Die ursprünglich aus Vorderasien und Südosteuropa stammende einjährige Pflanze ist heute wildwachsend auf mehreren Kontinenten anzutreffen. Die Heilwirkung der Kamille war vermutlich schon in der Antike bekannt.
Die Echte Kamille (Matricaria recutita Syn. Matricaria chamomilla) besiedelt Äckern, Ödland und Wegrändern. Neben der Echten Kamille gibt es noch weitere Vertreter dieser Gattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die vor allem auf Getreideäckern Probleme als Unkraut bereiten können: Strahlenlose Kamille (M. discoidea syn. M. suaveolens, M. matricarioides) und Geruchlose Kamille (M. maritima ssp.inodorata).
Die Seite infoflora.ch bietet Informationen zu Biologie,Verbreitung und Standortansprüchen der Echten Kamille in der Schweiz.
Kulturansprüche
Die Echte Kamille bevorzugt einen sonnigen, nicht zu mageren Standort mit ausreichender Wasserversorgung. Staunässe und sehr saure Böden verträgt sie allerdings nicht. Insgesamt ist die Pflanze aber recht anspruchslos.
Anzucht von Kamille aus Samen
Am einfachsten ist die Direktaussaat ab April. Am besten streut man die sehr feinen Samen breitwürfig auf die Erde und drückt anschliessend mit einem Brett oder einem Saatgut-Erdstampfer an. Wenn man das Saatgut mit trockenem Sand vermischt, lässt es sich gleichmässiger verteilen. Damit die Samen nicht weggeschwemmt werden, giesst man sehr vorsichtig mit einer feinen Brause an. Sobald die Pflänzchen aufgelaufen sind, werden überschüssige Pflanzen entfernt.
Denkbar ist auch eine Aussaat Ende August bis Ende September. Die Pflanzen bilden Rosetten, die dann überwintern. Erst im folgenden Frühjahr entstehen die Blütenstängel. Es besteht bei diesem späten Aussaattermin allerdings die Gefahr, dass die jungen Pflänzchen den Winter über eingehen.
Natürlich kann Kamille auch in Schalen oder Töpfen vorgezogen werden, wenn nur einige wenige Pflanzen benötigt werden. Die Aussaat erfolgt in spezieller Anzuchterde, mit der die Töpfe gefüllt werden. Auch hier streut man die feinen Samen vorsichtig auf das Substrat und drück leicht an.
Zum Befeuchten nimmt man am besten einen Handpumpsprüher. Die Keimung dauert bei 15°C bis 20°C 7 bis 14 Tage. Wenn die Jungpflanzen die ersten echten Blätter gebildet haben, kann pikiert werden.
Haben sich die Jungpflanzen gut entwickelt, wird im Abstand von ca. 15 x 15 cm gepflanzt. werden.
Pflege
Als einzige Pflegemassnahmen sind gelegentliches Wässern und vor allem in der Jugendphase eine ausreichende Unkrautbekämpfung erforderlich.
Ernte
Geerntet werden die Blüten am besten bei trockenem Wetter in der Mittagszeit. Anschliessend werden sie schonend an einem luftigen, sonnengeschützten, nicht zu heissen Ort getrocknet.
Massnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge
In der Fachliteratur sind verschiedene Krankheitserreger und Schädlinge, z.B. Echter und Falscher Mehltau, Blattläuse und Kamilleglattkäfer beschrieben, die beim Anbau im Garten normalerweise keine grosse Bedeutung haben.
Kamille als Zier- und Färberpflanze
Weitere als Kamille bezeichnete Pflanzen sind die Färberkamille (Cota tinctoria, Syn. Anthemis tinctoria) und die Römische Hundskamille (Chamaemelum nobile). Beide Arten sind, anders als die Echte Kamille, mehrjährig und finden gelegentlich Verwendung im Garten.
Die Römische Hundskamille wächst bodendeckend, bleibt also deutlich niedriger als die Echte Kamille. In Staudengärtnereien wird sie auch als Rasenersatz angeboten. Allerdings sollte man bedenken, dass die Pflanze zwar ein gelegentliches Betreten verträgt, aber natürlich nicht der Trittbeanspruchung eines Rasens gewachsen ist.
Die Pflanze wird auch als Heilpflanze genutzt. Nähere Informationen dazu bietet die Seite heilpflanzen-atlas.de.
Die heimische Färberkamille wächst auf trockenen, nährstoffarmen Standorten, z.B. auf Trockenrasenflächen. Sie eignet sich für die Bepflanzung von Schotter- oder Steinbeeten. Wie der Name schon sagt, dienen die gelben Blüten auch zum Färben von Baumwolle, Wolle oder Leinen. Anleitungen zum recht aufwändigen Färben finden sich im Internet.