Wespen

Wespennest Wespennest
Wespe Wespe
Wespe Wespe
Bei Anwesenheit der schwarz-gelb gemusterten Hautflügler kann einem das Essen im paradiesischen Garten richtiggehend verleiden...dabei sind die ungebetenen Gäste harmlose Geschöpfe, welche friedlicher sind als es die Vorurteile uns glauben lassen. In der Schweiz leben acht echte Wespenarten, von denen nur 2 Arten uns ab- und zu lästig werden können, da sie gerne von unserem Teller essen. Es sind dies die Gemeine oder Gewöhnliche Wespe (Paravespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Paravespula germanica). Die anderen sechs echten Wespen sind Nützlinge, da sie zur Aufzucht ihrer Brut proteinhaltige Nahrung und damit grosse Insektenmengen benötigen. Die geschickten Räuber helfen so mit, Schadinsekten in Schach zu halten. Auf ihrem Speiseplan stehen Spinnen, andere Hautflügler, verschiedene Fliegenarten, Heuschrecken, Raupen und Blattwespenlarven. Die erwachsenen Wespen ernähren sich hingegen nur vom süssen Saft von Blüten, Bäumen und Früchten, leben also quasi vegetarisch.
Neben den echten Wespen finden sich bei uns noch diverse andere Wespenarten, welche solitär leben. Es sind dies zum Beispiel die Grab-, Lehm-, Weg- und Schlupfwespen.

Im Gegensatz zu den Bienen erlischt das Leben in einem Wespennest im Herbst komplett. Nur die begattete Königin überwintert in einem geschützten Versteck und überlebt so den harten Winter. Im April beginnt sie mit dem Nestbau, legt Eier und füttert die Larven, bis dann endlich die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und ihr die mühsame Arbeit abnehmen. Die Zellen der Wespenwaben sind analog der Bienenwaben sechseckig. Diese Form gibt bei geringstem Materialverbrauch die höchste Stabilität. Die Waben sind aus einem papierähnlichen Material, bestehend aus morschem oder verwittertem Holz, vermischt mit Speichel.

Nach dem Schlüpfen der Arbeiterinnen konzentriert sich die Königin nur noch aufs Eierlegen. Ab Mitte August schlüpfen Männchen und Jungköniginnen. Sie fliegen aus dem Nest und paaren sich. Im Herbst geht das Leben des Wespenstaates langsam zu Ende, alle Individuen sterben inklusive der Drohnen und der alten Königin, nur die Jungköniginnen begeben sich in die Winterstarre und der Zyklus startet von neuem.

Ein naturnaher Garten kann vielen nützlichen Wespen ein Zuhause bieten. Solitäre Wespenarten kann man durch Totholz und aufgehängte Pflanzenstängelbündel (Brombeere, Himbeere, Holunder), Insekten-Nistwände und -blöcke unterstützen.
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