Schild- & Schmier­läuse an Kübel- & Zimmer­l­pflanzen


C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Schad­bild und Schad­wirkung

Grün­pflanzen, Kakteen und Orchideen werden häufig von Schild­läusen befallen. Wie der Name dieser Schäd­lings­gruppe schon sagt, tragen die nur wenige Milli­meter grossen Insekten ein braunes oder graues Schild, das den ganzen Körper bedeckt. Nur am Anfang ihrer Ent­wicklung, in der es mehrere Larven­stadien gibt, sind die Tiere beweglich. Später setzen sie sich fest und bilden das klas­sische Schild aus. Unter diesen Schilden werden auch die Eier abgelegt, die so geschützt vor Fress­feinden heran­reifen können.

Die als Schmier- oder Woll­läuse bezeich­neten Schäd­linge gehören eben­falls zu den Schild­läusen. Sie bilden an Stelle des Schildes reichlich Wachs­fäden, die ihren Körper wie ein Woll­kleid umgeben. Die Vertreter dieser Gruppe bleiben auch im Erwach­senen­stadium beweglich. Bei allen Schild­laus­arten findet man i.d.R. nur die weiblichen Tiere an den Pflanzen. Die geflü­gelten Männchen sind kaum zu finden. Sie leben nur wenige Stunden.
Ausführ­liche Infor­mationen zur Biologie der Schild­läuse bietet z.B. Horti­pendium.

Schild- und Schmier­läuse haben eine sehr ähnliche Lebens­weise. Die Tiere saugen Pflanzen­saft und viele Arten scheiden zucker­haltigen Honig­tau aus, der die Pflanzen mit einem kleb­rigen Film überzieht. Meist bemerkt man einen Befall erst, wenn Blätter, Fuss­boden oder Fenster­bank vom Zucker kleben und sich auf diesem Film ein grauer bis schwarzer Belag bildet. Er entsteht dadurch, dass sich auf dem Honigtau so genannte Schwärze­pilze ansiedeln, die sich von Zucker ernähren.
Dieser Russ­tau sieht nicht nur häss­lich aus, sondern behindert auch die Assimi­lation der Blätter.

Schild­läuse an Zimmer- und Kübel­pflanzen

Am häufig­sten anzu­treffen ist die Napf­schildl­ausart Coccus hesperidum. Sie kann sich von vielen verschie­denen Pflanzen ernähren. Ihre längs-ovalen, flachen Schilde sind braun gefärbt. Man findet sie z.B. an Blättern und Trieben von Gummi­bäumen, Schefflera, Efeu, Oleander oder Zitrusarten. Gelegent­lich ist auch die Oliven­schild­laus (Saissetia oleae) an Zitrus, Oliven oder Oleander zu finden. An Kaffee­pflanzen, Zitrus und Farnen tritt die Art Saissetia coffeae auf.
Deckel­schild­läuse sind an Zimmer- und Kübel­pflanzen selten zu finden. An Oleander kann die Art Aspi­diotus nerii vorkommen, an Zitrus­pflanzen die Rote Kali­fornien­schild­laus (Aonidiella aurantii).


Befallene Zitruspflanze

Befallene Zitruspflanze

Wollläuse (Pseudococcidae)

Wollläuse (Pseudococcidae)

Napfschildlaus (Coccus hesperidum)

Napfschildlaus (Coccus hesperidum)

Schmier- oder Woll­läuse an Zimmer- und Kübel­pflanzen

Schmier­läuse sind oft an Kakteen und anderen sukku­lenten Pflanzen, z.B. Aloe, Agaven oder dem Geld­baum (Crassula ovata) zu finden. Häufig befallen werden auch Orchi­deen und verschie­dene Grün­pflanzen wie Gummi­bäume, Croton oder Dieffen­bachien.

In der Regel findet man zwei Arten: die Zitrus­schmier­laus (Plano­coccus citri) und die Lang­schwän­zige Schmier­laus (Pseudo­coccus longi­spinus). Sie lassen sich gut unter­scheiden, da die Lang­schwänz­ige Schmier­laus am Körper­ende besonders lange Wachs­fäden trägt, die ihr den Namen gaben. Beide Arten bilden reichlich Honig­tau.
Schmier­läuse besiedeln nicht nur Blätter und Triebe, sondern auch den Wurzel­hals.

Ver­wechselungs­möglich­keiten gibt es bei den Schmier- oder Woll­läusen mit Wurzel­läusen, die gelegent­lich an den Wurzeln verschie­dener Grün­pflanzen schädigen.

Bekämpfung von Schild­läusen und Schmier­läusen

Leider ist es schwierig einen Befall mit diesen Schäd­lingen zu tilgen. Oft erreicht man mit Spritzun­gen nur eine Befalls­reduktion. Zuge­lassene Präpa­rate gegen die Gruppe der Schild­läuse zu denen auch die Schmier- oder Woll­läuse gehören, finden sich im Pflanzen­schutz­mittel­verzeich­nis des Bundes­amtes für Land­wirt­schaft.

Der Saemereien.ch-Pflanzen­schutz­experte

Christoph Hoyer ist gelernter Gemüse­gärtner und hat nach dem Studium der Garten­bau­wissen­schaften an der Uni­versität Hannover, einige Jahre als Fach­schul­lehrer und wissen­schaft­licher Versuchs­leiter im Gemüse­bau gearbeitet. Danach war er fast dreissig Jahre als Dezernent beim hessischen Pflanzen­schutz­dienst für den Nützlings­einsatz im bio­logischen Pflanzen­schutz, Erwachsenen­fort­bildung für Gärtner aller Fach­richtungen, sowie den Aufbau einer Online-Informations­platt­form rund um den Pflanzen­schutz im Garten und im öffentlichen Grün tätig. Heute ist Christoph Hoyer für Saemereien.ch als Experte rund um Fragen zu bio­logischem Pflanzen­schutz, der B­ekämpfung von Schäd­lingen und dem Einsatz von Nütz­lingen tätig.

C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Christoph Hoyer


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