Erste Anzuch­ten – Welche Gemüse- und Blumen­arten können schon im Februar ausge­sät werden


C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Sobald die Tages­länge im Februar, ab Maria Licht­mess (2. Februar), wieder deutlich zunimmt, kann man sich um die aller­ersten Aus­saaten kümmern. Auch wenn hin und wieder empfohlen wird, jetzt schon Radies­chen, Spinat, Rüebli oder Salat zu säen, ist es für Pflan­zungen und Aus­saaten im Frei­land in der Regel jetzt noch zu früh. Auch in Regionen mit milder Winter­witterung, ist es besser mit der Anzucht von frost­festen Gemüse­arten bis in den März hinein zu warten.

Salate, Spinat, Pasti­nake oder Lauch keimen und wachsen zwar auch bei niedrigen Tempe­raturen, aber die Gefahr, dass die Keim­linge faulen oder von Schnecken, Asseln und anderen Boden­bewohnern gefressen werden ist aller­dings auf Grund der lang­samen Keiment­wicklung recht hoch. Auch mit der Aussaat der langsam keimenden Peter­silie wartet man besser noch einige Wochen.

Gemüse­aus­saat im Februar

Voran­zucht in der Wohnung

Wer Chili- und Paprika­pflanzen, Auber­ginen oder frühe Salat­setzlinge fürs Frühbeet oder das Gewächs­haus selbst heran­ziehen will, kann jetzt mit der Aussaat in der Wohnung beginnen. Neben einer ausrei­chenden Tempera­tur ist vor allem viel Licht für eine gute Pflanzen­entwick­lung erfor­derlich.

Da es auch an einem grossen Süd­fenster in dieser Jahres­zeit oftmals nicht hell genug ist empfiehlt sich eine zusätz­liche Belich­tung der Jung­pflanzen. Man kann dafür spezielle Wachs­tums­leuchten verwenden, die sich z.B. gut mit einem kleinen Anzucht­gewächs­haus kombi­nieren lassen. Eine Heizmatte, sowie ein Thermo­stat mit Zeit­schalt­uhr sorgen zusätz­lich für optimale Steuerung von Tempera­tur und Licht. Eine entspre­chende Auswahl gibt es in der Rubrik Anzucht­zubehör.


Aussaat von Hand
Erste Aussaaten im Februar mit Anzuchttöpfen
Chili und Tomaten Jungpflanzen

Ab Februrar geht's los: Mit den ersten Aussaaten kann jetzt begonnen werden, um Setz­linge fürs Früh­beet oder das Gewächs­haus heranzu­ziehen.

Paprika, Chili, Auber­ginen und Co.

Paprika und Chili, sowie Auber­ginen, Anden­beeren und Pepino sind Gemüse­arten mit langer Anzucht­zeit. Sie können schon ab Anfang Februar vorkulti­viert werden, wenn ab Mitte Mai gepflanzt werden soll. Für die Keimung sind Tempera­turen von 22 bis 25°C optimal. Haben die Sämlinge schon zusätz­lich zu den Keim­blättern die ersten echten Blätter gebildet, kann bei Raum­tempera­tur weiter­kulti­viert werden. Ausführ­liche Hinweise zur Anzucht von Chili und Paprika, sowie Tomate gibt es auf den Seiten Paprika- & Chili­samen, bzw. Tomaten­samen. Dort sind auch die Videos zu Anzucht und Pflanzung der beliebten Frucht­gemüse zu finden.


Auberginenfrucht an der Pflanze
Birnenmelone an der Pflanze
Reife Chili-Früchte

Auberginen, die Birnenmelone und Chilis können bereits ab Februar selbst in der Wohnung herangezogen werden.

Tomaten

Tomaten wachsen i.d.R. schneller. Sät man sie schon im Februar aus, werden die Pflanzen meist zu lang. Fach­leute sprechen in diesem Fall von Ver­geilung. Daher ist es besser, mit der Tomaten­aussaat für die Frei­land­pflanzung erst Mitte März zu beginnen. Wer über ein heiz­bares Gewächs­haus verfügt, und die Tomaten schon ab Mitte April setzen möchte, kann natürlich schon im Februar aussäen. Man sollte aller­dings bedenken, dass alle Jung­pflanzen spätes­tens nach dem Topfen viel Platz bean­spruchen und die knappe Stell­fläche auf der Fenster­bank schnell verbraucht ist.

So gelingt die Anzucht

Wer über ein Gewächs­haus oder Frühbeet verfügt, kann für diesen geschützten Anbau jetzt schon in der Wohnung Jung­pflanzen von Kräutern und erste Salate in kleinen Töpfen heranziehen.
Besonders gut dafür geeignet sind die verschie­denen Anzucht­töpfe aus verrott­barem Material, die es in runder und eckiger Form gibt. Diese Töpfe haben den Vorteil, dass die darin gezogenen Jung­pflanzen später zusammen mit dem Topf gepflanzt werden können. So wird ein optimales Anwachsen ohne den so genannten Pflanz­schock garantiert.
Für die Anzucht grös­serer Mengen von Jung­pflanzen eignen sich wieder­verwend­bare Töpfe und Topf­platten aus Kunst­stoff sehr gut, die ebenso wie die Einzel­töpfe mit einem Anzucht­substrat gefüllt werden.
Die in der Tabelle aufgeführten Gemüse­arten lassen sich besonders gut in Töpfen oder Multi­platten heran­ziehen:


Tabelle 1: Gemüse­arten für den frühen Anbau im Früh­beet oder im unge­heizten Gewächs­haus, sowie unter Vlies und Folie.

Gemüse­arten Sorten
Pflück- und Schnitt­salat 'Gelber Runder', 'Till', 'Strubel­peter', 'Vene­zianer', 'Cocarde'
Kopf­salat 'Larissa', 'Mai­könig', 'Pia', 'Winter­marie', 'Rouge de Grenoble'
Spinat 'Erste Ernte', 'Monnopa'
Radies­chen 'Anabel', 'Topsi', 'Rainbow', 'Eis­zapfen'
Rucola Salat­rauke
Asia-Salate 'Garnet Giant', 'Golden Streak', 'Mischung', 'Misuna'
Kresse 'Garten­kresse einfache', 'Garten­kresse gross­blättrig'

Frühe Anzucht von Blumen

Oft werden die klas­sischen Beet- und Balkon­pflanzen im Mai im Garten­center oder der Gärtnerei als fertige Pflanze gekauft. Einige dieser Blumen lassen sich aber mit etwas Geduld auch selbst aus Samen heran­ziehen. Die Aussaat erfolgt, ganz ähnlich wie bei Paprika und Aubergine, ebenfalls schon im Februar im Haus. Geeignete Arten sind z.B. Begonien, Geranien, Petunien, Fleissigen Lieschen, Eisen­kraut, Elfen­blumen, Gaukler­blume, Schwarz­äugige Susanne oder das Blaue Gänse­blümchen.



Blüten Fleissiges Lieschen
Blühende Begonien
Blühende Petunien

Das Fleissige Lieschen, Begonien und Petunien sind geeignete Arten für die Voranzucht ab Februar.

Der Saemereien.ch-Pflanzen­schutz­experte

Christoph Hoyer ist gelernter Gemüse­gärtner und hat nach dem Studium der Garten­bau­wissen­schaften an der Uni­versität Hannover, einige Jahre als Fach­schul­lehrer und wissen­schaft­licher Versuchs­leiter im Gemüse­bau gearbeitet. Danach war er fast dreissig Jahre als Dezernent beim hessischen Pflanzen­schutz­dienst für den Nützlings­einsatz im bio­logischen Pflanzen­schutz, Erwachsenen­fort­bildung für Gärtner aller Fach­richtungen, sowie den Aufbau einer Online-Informations­platt­form rund um den Pflanzen­schutz im Garten und im öffentlichen Grün tätig. Heute ist Christoph Hoyer für Saemereien.ch als Experte rund um Fragen zu bio­logischem Pflanzen­schutz, der B­ekämpfung von Schäd­lingen und dem Einsatz von Nütz­lingen tätig.

C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Christoph Hoyer


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