Schutz der Pflanzen durch Schnee- und Eisschicht

SCHNEE IM GARTEN - NATÜR­LICHER WINTER­SCHUTZ ODER PFLANZEN-KILLER? 

Der Winter ist eine schwierige Zeit für Hobby­gärtner: Kälte und Frost können gerade exotischen Pflanzen schnell Schaden zufügen. Heimische Pflanzen sind zwar wider­stands­fähiger gegenüber Kälte, jedoch gibt es auch bei ihnen einiges zu beachten, damit Sie auch im kommenden Frühling wieder Freude an Ihrem Garten haben. Wie Sie Pflanzen über­wintern, sodass diese unbeschadet durch die kalte Jahres­zeit kommen, verrät Ihnen dieser Ratgeber. Lesen Sie weiter!

Pflanzen aus der Region sind allge­mein besser ange­passt – immun sind sie jedoch nicht 

Für Pflanzen aus unseren Breiten­graden ist normaler Schnee­fall in der Regel völlig harmlos. Im Gegen­teil; im richtigen Masse trägt er erheb­lich zum Schutz Ihrer Garten­pflanzen bei. So bildet Neuschnee, wenn er tagsüber antaut und nachts wieder gefriert, eine natürliche Schutz­schicht um die Äste von Bäumen und Sträuchern, die diese vor Frost und Wind schützt. Auch auf dem Boden wirkt eine leichte Schnee­decke aufgrund ihrer geringen Wärme­leit­fähig­keit schützend: Als natür­liche Isolation schliesst sie Wärme ein und verhindert Boden­frost. Somit sind Gräser, Knollen und Zwiebeln vor dem Erfrie­ren geschützt und können sogar besser über­wintern.

Ledig­lich bei starkem Schnee­fall ist Vorsicht geboten. Sammelt sich Schnee auf den Ästen von Bäumen und Sträu­chern, können diese unter der Last abbrechen. Dies lässt sich vermeiden, indem Sie nach jedem Schnee­fall vorsichtig mit einem Besen die Äste abfegen. Ebenso sollten Sie das Betreten beschnei­ter Rasen­flächen tunlichst vermeiden. Wird der Schnee festge­treten, bietet er das ideale Milieu für Pilzer­krankungen, die Ihrem Rasen Schaden zufügen können.

Schneedecke im Garten
Schneedecke im Garten
Schneedecke im Garten

Nicht nur Tropen­pflanzen sind durch Frost gefährdet 

Exotische Pflanzen hingegen sind oft nicht an kühles Klima mit frostigen Wintern angepasst. Werden sie im Winter zu kalt gehalten, fügt ihnen das Schaden zu. Es empfiehlt sich deshalb, Ihre Exoten in Gefässen zu halten, die im Winter in Sicher­heit gebracht werden können.

Darüber hinaus sind auch ansonsten winter­harte Pflanzen anfällig für Frost, wenn sie in Kübeln oder Töpfen gehalten werden. Sobald das Pflanz­gefäss frei steht, geht durch seine Wände Wärme verloren; es bildet sich darin Boden­frost, der Wurzeln und Zwiebeln schädigt.

Deshalb sollten sämtliche Pflanzen, die aus wärmeren Gebieten stammen, nach Möglich­keit nicht den Winter im Garten verbringen. Zitrus­gewächse, Oliven­bäume oder Tropen­blumen müssen also unbe­dingt drinnen über­wintern. Da das Aus­graben der Wurzeln immer das Risiko birgt, der Pflanze Schaden zuzufügen, sollten Sie solche Pflanzen von vorn­herein in einem Pflanz­kübel halten, anstatt sie vor und nach der kalten Jahres­zeit ein- und wieder auszu­topfen.

Pflanzen über­wintern – Tipps und Möglich­keiten für Hobby­gärtner 

Für die Über­winterung von Garten­pflanzen gibt es zahlreiche Möglich­keiten. Damit Ihre Pflanzen den Winter überleben, sollten Sie jedoch auch darauf achten, dass sie frei von Schäd­lingen sind. Stellen Sie eine befallene Pflanze zu dem Rest, können diese sich sonst auf engstem Raum schnell auf andere Pflanzen ausbreiten. Auch das Giessen darf im Winter nicht vernach­lässigt werden – die Erde muss feucht bleiben.

Wer ein Gewächs­haus besitzt, ist im Winter klar im Vorteil: Nicht nur schützt dieses vor Frost und lässt genug Licht herein, mit den richtigen tech­nischen Mitteln ist es sogar möglich, Belüftung und Heizung auto­matisch einzu­stellen, sodass den ganzen Winter konstante Bedin­gungen für Ihre Pflanzen bestehen. Alter­nativ bieten auch einige Gärtne­reien Services für Hobby­gärtner an, die daheim nicht ihre Pflanzen über­wintern können.

Vereiste Äste
Äste mit Meise und Spatz im Winter
Vereiste Äste

Bei der Über­winterung im Haus ist zuvor eine möglichst genaue Abklärung der Bedürf­nisse jeder einzelnen Pflanze ratsam. Gerade Tropen­pflanzen vertragen die Kälte schlecht – einige von ihnen fühlen sich bereits bei 10 °C unwohl. Zudem ist eine Ruhe­phase bei den meisten Pflanzen dringend not­wendig, damit sie Blüten treiben können. Allge­mein eignet sich zur Über­winterung ein heller, unbe­heizter und vor allem frost­freier Ort.

Jedoch benötigen auch winter­harte Pflanzen zusätz­liche Unter­stützung. Um Pflanz­kübel von allen Seiten zu isolieren, eignet sich eine Schicht aus Styropor, Luft­polster­folie oder Garten­vlies. Damit keine Wärme im Boden verloren geht, stellen Sie den Kübel auf dicht anei­nander­liegende Holz­klötze. Alter­nativ dazu ist auch ein mit Blättern gefüllter Jutesack als Winter­schutz für Kübel­pflanzen geeignet. Stellen Sie einfach den Kübel auf Holz­klötzen erhöht in den Sack und füllen Sie diesen mit Laub aus dem Garten auf, sodass die Aussen­wände des Pflanz­kübels möglichst voll­ständig davon umgeben sind.

Bei winter­harten Kräutern und Pflanzen, die in Beeten im Garten oder auf dem Balkon stehen, ist es besonders wichtig, die empfind­lichen Wurzeln vor Frost zu schützen. Reisig, Garten­vlies oder Laub eignen sich ideal, um eine Schutz­schicht anzulegen. Ferner sollten einziehende Pflanzen erst im Frühling beschnit­ten werden. Auf diese Weise schützt das trockene Blatt­werk die Pflanze vor Kälte, während frische Ein­schnitte vermieden werden. Bei Rosen sind zudem die Verede­lungs­stellen angreif­bar durch Frost, weshalb Sie dort die Erde etwas höher anhäufen sollten.


Gartenblog