Raupen­frass an Kohl: Raupen­arten & Vor­beugung


C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Kabis, Blumen­kohl, Kohl­rabi und alle anderen Kohl­arten sind nicht nur bei Gemüse­gärtnern beliebt, sondern auch bei verschie­denen Schmetter­lings­larven, die sich auf diese Nahrungs­pflanzen spezia­lisiert haben und im Gemüse­garten zum Teil erheb­liche Schäden verur­sachen können. Die erwach­senen Falter er­nähren sich in erster Linie vom Nektar verschie­dener Blüten. Nur die Larven, die auch als Raupen bezeichnet werden, fressen an den Kohl­pflanzen.

Die wich­tig­sten Raupen an Kohl­pflan­zen

Kohl­weiss­linge (Pieris brassicae, Pieris rapae)

Am bekann­testen sind sicherlich die Kohl­weiss­linge. Diese weiss gefärbten Schmetter­linge mit ihrer auf­fälligen, schwarzen Musterung sind weit ver­breitet. Sie sind den ganzen Sommer als Blüten­besucher im Garten anzu­treffen.

Genau genommen schädigen an Kohl­pflanzen zwei verschie­dene Arten: der Grosse Kohl­weiss­ling und der Kleine Kohl­weiss­ling. Die Falter beider Arten sehen sich zum Verwechseln ähnlich.

Die Larven des Grossen Kohl­weiss­lings sind von gelber Grund­farbe und zeigen viele schwarze Flecken und Punkte. Auf­fällig ist auch, dass diese Art immer in grossen Gruppen auftritt.

Die grünen Larven des Kleinen Kohl­weiss­lings sind eher Einzel­gänger, können aber auch grosse Schäden verur­sachen.


Raupen des Kohlweisslings

Kohlweissling Schmetterling

Schadbild der Raupen des Kohlweisslings

Der Kohl­weiss­ling kann erhebliche Schäden verur­sachen. Zu sehen ist der Grossse Kohl­weiss­ling im Raupen­stadium, als ausge­wachsener Schmetter­ling und das Schad­bild eines ver­fressenen Kohls.

Kohl- und Gemüse­eule (Mamestra brassicae, Lacanobia oleracea)

Die plumpen Larven der Kohl- und Gemüse­eulen sind unter­schiedlich gefärbt. Häufig findet man braune oder graue Exem­plare, aber auch grüne und blass rosa gefärbte Exemplare fressen an Kohl­arten aber auch an Tomate, Spinat und einigen anderen Pflanzen­arten. Die beiden Schmetter­lings­arten sind schwer zu unter­scheiden, da sich die nacht­aktiven, plumpen Falter und auch die Larven in Aus­sehen und Lebens­weise ähneln. Die Schäd­linge fressen nicht nur an den Blättern, sie bohren sich auch tief in die Köpfe von Kabis, Wirz und China­kohl hinein, die dann besonders leicht von Fäule­erregern befallen werden können.


Raupe der Kohleule (Mamestra brassicae)
Raupe der Kohleule (Mamestra brassicae)
Raupe der Kohleule (Mamestra brassicae)

Die Kohl­eule als Raupe (Bild 1) und als ausgewach­sener Falter (Bild 2). Das dritte Bild zeigt einen befallenen Kabis.

Kohl­motte oder Kohl­schabe (Plutella xylostella)

Die grünen Larven dieses Kohl­schädlings sind kleiner als die bisher beschrie­benen Raupen. Sie fressen an Blättern und verur­sachen dort einen typischen Schabe- und Fenster­frass. Die kleinen, schlanken Falter sind braun gefärbt. Die Kohl­motte tritt in manchen Jahren stärker auf, hat aber nicht die Bedeutung wie die Kohl­weiss­linge und die Eulen­larven. Ausführ­liche Hinweise zu diesem Falter sind hier zu finden.

Kohl­zünsler (Evergestis forficalis)

Die gelbgrünen Larven des Kohl­zünslers sind, ähnlich, wie die der Kohl­motte, nicht so häufig im Garten anzu­treffen. Die Schmetter­linge sind hell­braun gefärbt. Weitere Infor­mationen zu diesem Falter bietet die Seite Lepi­forum.de.

Befall durch Raupen verhindern

Den besten Schutz vor Raupen­frass bieten Kultur­schutz­netze, die recht­zeitig, bevor die Falter auftreten, über die Pflanzen gelegt werden. Es gibt sie in verschie­denen Grössen. Für den Beet­anbau von Kohl­rabi, Mai- und Steck­rüben reichen in der Regel Netze mit einer Breite von 2,2 m aus. Für höhere Kulturen, wie Kabis, Wirz oder Feder­kohl sind Kultur­schutz­netze mit einer Breite von 3,7 m besser geeignet, da sie den Pflanzen ausreichend Raum zum Wachsen bieten. Sie ver­hindern nicht nur die Ei­ablage der genannten Schad­schmetter­linge an den Blättern, sondern halten auch die Kohl­fliege fern. Ausserdem schützen Netze die Jung­pflanzen vor gefräs­sigen Tauben und Spatzen.

Der Saemereien.ch-Pflanzen­schutz­experte

Christoph Hoyer ist gelernter Gemüse­gärtner und hat nach dem Studium der Garten­bau­wissen­schaften an der Uni­versität Hannover, einige Jahre als Fach­schul­lehrer und wissen­schaft­licher Versuchs­leiter im Gemüse­bau gearbeitet. Danach war er fast dreissig Jahre als Dezernent beim hessischen Pflanzen­schutz­dienst für den Nützlings­einsatz im bio­logischen Pflanzen­schutz, Erwachsenen­fort­bildung für Gärtner aller Fach­richtungen, sowie den Aufbau einer Online-Informations­platt­form rund um den Pflanzen­schutz im Garten und im öffentlichen Grün tätig. Heute ist Christoph Hoyer für Saemereien.ch als Experte rund um Fragen zu bio­logischem Pflanzen­schutz, der B­ekämpfung von Schäd­lingen und dem Einsatz von Nütz­lingen tätig.

C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Christoph Hoyer


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