Thripse und Spinn­milben an Kübel- und Zimmer­pflanzen be­kämpfen


C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Drazänen- oder Palmen­thrips

Im Winter­halb­jahr vermehren sich die läng­lichen nur ca. 1 mm langen Thripse an verschie­denen Topf­pflanzen oftmals sehr stark. Durch die Saug­tätig­keit der glasigen Larven und der grau­gefärbten erwachsenen Drazänen- oder Palmen­thripse bilden sich auf den Blättern vieler Grünp­flanzen silbrige oder hell­graue Flecken, die auch als Spielgel­flecken bezeichnet werden. Die Tiere stechen mit ihrem Saug­rüssel einzelne Zellen der Pflanzen­haut an und saugen den Saft heraus.

Besonders betroffen sind Gummi­baum­arten, Schefflera, Drazänen, Croton und Palmen.

Drazänenthripse lieben trockene Luft, so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich in geheizten Wohn- und Büroräumen besonders wohlfühlen.

Die Weibchen legen ihre Eier in die oberste Blatt­schicht ab. Nach dem Schlüpfen ent­wickeln sich die Tiere über vier Larven­stadien zum fertigen Insekt.

Der Drazänen- oder Palmen­thrips kommt in Europa nur in Wohn­räumen vor. Den winzigen Schädling holt man sich also mit befallenen Pflanzen ins Haus. Meist sieht man den Neuzu­gängen auf der Fenster­bank nicht an, dass sie bereits von Thripsen besiedelt sind.


Drazänentrips: Schadbild an Ficus

Drazänen­trips: Schad­bild an Ficus

Drazänentrips: Adulte und Larven

Drazänen­trips: Adulte und Larven

Thripse an Bohnenblatt

Thripse an Bohnen­blatt

Bekämpfung und Vor­beugen von Thrips

Haben sich Drazänen­thripse an Pflanzen in der Wohnung oder dem Büro etabliert, ist es kaum möglich sie wieder los­zu­werden. Abduschen kann den Befall reduzieren, aber nicht tilgen.

Mit Pflanzen­schutz­mitteln gegen saugende Insekten, z.B. Niem/Azal T/S oder Hauert Biorga Spray gegen Schädlinge lässt sich der Befall ebenfalls eingrenzen, so dass die kleinen Schädlinge nicht überhand nehmen. Wichtig sind mehrere Behandlungen im Abstand von ca. einer Woche, um neu aus den Eiern geschlüpfte Larven zu erfassen.


Mit Blautafeln lassen sich vor allem Blüten­thripse fangen, die nur in Gewächs­häusern mit feuchterem Klima vorkommen. Auf Drazänen­thripse haben sie leider keine ausreichende Wirkung.

Wer es einmal mit Nützlingen probieren möchte kann Flor­fliegen­larven einsetzen, die auch mit trockenerem Raum­klima klar kommen.

Spinnmilben

An Zimmer- und Kübel­pflanzen ist in erster Linie die Gemeine Spinn­milbe, auch Bohnen­spinn­milbe genannt, zu finden. Sie ist ein heimischer Schädling, der an vielen Garten­pflanzen vorkommt und auch eine Reihe von Zimmer- und Kübel­pflanzen befällt.

Ähnlich wie die Thripse saugen die Spinn­milben Pflanzen­saft aus den Blättern. Dabei entstehen meist gelbe bis bräunliche Flecken. Bei stärkerem Befall stirbt das Laub ab. In diesem Stadium findet man an den jungen Trieb­spitzen oft auch die typischen Gespinste, in denen sich Unmengen der kleinen, kugeligen Milben aufhalten, die mit einer Lupe gut zu erkennen sind.

Spinn­milben treten an Topfrosen, Fuchsien, Zypern­gras, Berg­palmen, Oleander, Croton und Zitrus­arten aber auch an Gummi­bäumen und anderen Grün­pflanzen auf. Kübel- und Zimmer­pflanzen, die im Sommer im Frei­land stehen sind häufiger betroffen.

Bekämpfung von Spinnmilben

Die Bekämpfung kann mit bereits bei den Thripsen genannten Pflanzen­schutz­mitteln erfolgen. Das oft empfohlene Besprühen mit Wasser, um die Luft­feuchte zu erhöhen, zeigt in der Praxis leider nicht die gewünschte Wirkung, da das versprühte Wasser innerhalb kurzer Zeit verdunstet.

Sollen mehrere Pflanzen behandelt werden, empfiehlt sich die Verwendung eines Pflanzen­schutz­mittel­konzen­trates, das gut mit einem Sprüh­gerät ausgebracht werden kann.


Die bio­logische Bekämpfung mit Raub­milben funktioniert in Gewächs­häusern und Winter­gärten recht gut. In Wohn- und Büro­räumen ist sie aller­dings nicht so erfolg­reich, da hier die von den Raub­milben zur Vermehrung benötigte Luft­feuchte zu gering ist.


Befall einer Gurke mit der Gemeinen Spinnmilbe

Gemeine Spinn­milbe an einer Gurke

Gemeine Spinnmilbe am Oleander

Gemeine Spinn­milbe am Oleander

Stachelbeerspinnmilbe

Stachel­beer-Spinn­milbe

Weitere Informationen sowie Produkte zur Bekämpfung von Spinnmilben und Thripse finden Sie unter den folgenden Links:

Der Saemereien.ch-Pflanzen­schutz­experte

Christoph Hoyer ist gelernter Gemüse­gärtner und hat nach dem Studium der Garten­bau­wissen­schaften an der Uni­versität Hannover, einige Jahre als Fach­schul­lehrer und wissen­schaft­licher Versuchs­leiter im Gemüse­bau gearbeitet. Danach war er fast dreissig Jahre als Dezernent beim hessischen Pflanzen­schutz­dienst für den Nützlings­einsatz im bio­logischen Pflanzen­schutz, Erwachsenen­fort­bildung für Gärtner aller Fach­richtungen, sowie den Aufbau einer Online-Informations­platt­form rund um den Pflanzen­schutz im Garten und im öffentlichen Grün tätig. Heute ist Christoph Hoyer für Saemereien.ch als Experte rund um Fragen zu bio­logischem Pflanzen­schutz, der B­ekämpfung von Schäd­lingen und dem Einsatz von Nütz­lingen tätig.

C. Hoyer, Saemereien.ch-Schädlingsexperte

Christoph Hoyer


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