Portrait Wildsamen-Insel

Blumenfeld auf der Wilsamen-Insel

Der Reiz für Tätigkeiten an der Schnittstelle Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz stand im Vordergrund, als Uta Kietsch vor zehn Jahren die Firma Wildsamen-Insel in der Uckermark gründete. Auch übte die dort abwechslungsreiche Landschaft eine grosse Faszination auf sie aus, hier im Nordosten Brandenburgs können noch viele seltene Pflanzen in ihrem natürlichen Habitat angetroffen werden.

Die gelernte Gärtnermeisterin mit Ausbildung in Produktions-Gartenbau und mehrjähriger Tätigkeit an Baum- sowie Hochschulen hat den Sprung in die Selbstständigkeit nie bereut. Die Betreuung der Kulturen im Einklang mit den natürlichen Bedingungen und den Jahresrythmen, das Sammeln des Saatgutes in der wunderschönen uckermärkischen Landschaft und der Umgang mit dem Saatgut bereiten Uta Kietsch große Freude.

Die Insel

Luftaufnahme der Insel

Der Betrieb liegt auf einer Anhöhe als Halbinsel inmitten dreier Seen, deshalb der Name Wildsamen-Insel. Die Firma ist auf die Sammlung und Vermehrung gebietsheimischer Wildblumen und -gräser spezialisiert. Momentan werden etwa 30 Arten auf ca. 2 ha kultiviert und weitere 30 bis 40 Arten in der freien Landschaft gesammelt. Ausserdem stehen diverse Gemüsearten, Kräuter und Blumen für den Verkauf an Privatkunden in der Samen-Vermehrung, so dass mehr als 100 Arten und Sorten im Angebot sind.

Die Produktion von frischem Saatgut

Eine grosse Vielfalt ist Uta Kietsch ein Anliegen, deshalb hat sie viele Arten in der Vermehrung. Diese Breite ist wichtig, wenn das Ergebnis bei einigen Arten mal nicht so gut ist - dafür gibt es wieder andere Kollegen, die mit den Bedingungen des Jahres besonders gut zurechtkommen und die Mindererträge der anderen puffern können. So ist eine gute Versorgung des Saatgutes sichergestellt!

Das Ausgangs-Saatgut für die Wildarten wird in der Uckermark von Populationen gesammelt, deren Natürlichkeit als gesichert gelten kann. Eine Sammelgenehmigung vom Landesumweltamt liegt vor sowie die Genehmigung zur Sammlung in diversen Naturschutzgebieten und von einigen besonders geschützten Pflanzen. Bei der Auswahl der Sammelorte und der Bestimmung der Pflanzen arbeitet Uta Kietsch eng mit vor Ort ansässigen Botanikern, Naturwächtern des Biosphärenreservates und weiteren botanisch versierten Menschen zusammen.

Für die Anzucht von Jungpflanzen aus dem Ausgangsmaterial stehen ein Folienzelt und Freilandflächen in der Gärtnerei zur Verfügung. Die Felder liegen im Biospärenreservat Schorfheide-Chorin und sind in ihrer Bodenbeschaffenheit recht unterschiedlich (lehmig, trocken bis sandig, feucht), so dass den unterschiedlichen Ansprüchen der Arten Rechnung getragen werden kann.

Neben dem feldmäßigen Anbau werden einige Arten in der freien Landschaft gesammelt und gelangen ohne Zwischenvermehrung auf dem Feld in den Handel. Im Rahmen von Naturschutzprojekten ist es Uta Kietsch auch möglich, die Sammlung und Vermehrung von speziellen Arten durchzuführen.

Die Produktion und Sammlung der Saaten erfolgt nach den Richtlinien des biologischen Landbaus. Daneben ist Wildsameninsel Mitglied im Verbund Ökohöfe e.V (dessen Richtlinien gehen weit über die staatlichen Bio-Richtlinien hinaus) sowie ebenfalls im Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzen-Produzenten (VWW e.V.) und von diesem zertifiziert.

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