Wildbienen

Wildbiene Wildbiene
Honigbiene Honigbiene
Hummel Hummel
Sie führen leider immer noch ein Schattendasein, dabei sind sie für die Bestäubung von Pflanzen und damit für die Fruchtbildung essentiell…unsere Wildbienen! Die fleissigen Bienen sind mit etwas weniger als 600 Arten in der Schweiz vertreten und gehören mit den 40 Hummel-Arten und 1 Honigbienen-Art zur Familie der Bienen (Apoidea). Wie auch andere wildlebende Insekten sind die Wildbienen besonders wichtige Bestäuber, die emsigen Wesen bestäuben nämlich effizienter, früher, länger und in höheren Lagen als die Honigbienen und erbringen deshalb die Mehrheit der Bestäubungsleistung. Viele Wild- und Nutzpflanzen können von Honigbienen auch gar nicht bestäubt werden, sie sind auf eine spezielle Wildbienenart angewiesen, welche auch nur diese Pflanze bestäubt...eine faszinierende Eigenart der Natur!

Die meisten Wildbienen sind «Singles», sie leben solitär, nicht in einem Staat: Sie schlüpfen im Frühjahr aus einer Brutröhre und paaren sich. Sofort beginnen die Weibchen dann selbständig einen geeigneten Nistplatz zu suchen und sammeln Pollen und Nektar und lagern diesen in einer Brutzelle. Ist diese fast voll, legen sie ein Ei darauf ab. Abgeschlossen wird die Brutzelle mit einer Trennwand, an welche die nächste Brutkammer gebaut wird. Das Ende der Kammern wird schlussendlich ganz vorne verschlossen. Ist dieses Werk vollendet, dann hat das Weibchen seinen Zweck erfüllt und stirbt. Sie haben mit 4-6 Wochen nur ein ganz kurzes Leben, die Männchen leben etwas länger. Im Innern der Kammern entwickeln sich die Eier zu Larven, welche sich wie im Schlaraffenland durch den Pollen fressen können und sich schlussendlich verpuppen. Im Frühling schlüpfen dann die Wildbienen und der Zyklus beginnt von Neuem.

Von den einheimischen Wildbienenarten ist die Hälfte bedroht und steht bereits auf der Roten Liste. Die Lebensräume der Wildbienen werden leider durch die immer intensivere Nutzung der Landschaft und den Einsatz von Pestiziden zerstört. Nistmöglichkeiten und Nahrungspflanzen der Wildbienen werden immer rarer und damit schwinden ihre Lebensräume.

Wir können die faszinierenden Wesen mit einem naturbelassenen Garten mit viel Totholz, offene Bodenstellen, Wildblumen (am besten mit einer kontinuierlichen Blütezeit von März bis September, damit dauernd Pollen und Nektar zur Verfügung steht), Steinhaufen und Brombeerhecken unterstützen. Auch das Aufhängen von Insektennistblöcken oder -wänden und Wildbienenhäusern bietet den einheimischen Wildbienen eine gemütliche Unterkunft.
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