Die Libanon-Zeder – Ein majestätischer Baum mit Geschichte und Zukunft
Bereits die Phönizier schätzten die immergrüne Libanon-Zeder für ihr haltbares, angenehm duftendes Holz und verwendeten es unter anderem für den Schiffbau. In ihrer Heimat galt sie als 'Königin der Bäume' – manche sahen in ihr sogar die bedeutendste Pflanze des gesamten Pflanzenreichs. Schon damals jedoch begann die intensive Nutzung der Bestände, sodass heute im Libanongebirge nur noch wenige uralte Exemplare erhalten geblieben sind.
Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) ist ein immergrüner Nadelbaum, der Höhen zwischen 30 und 50 Metern erreicht und über 1.000 Jahre alt werden kann. Bereits als junge Pflanze wirkt sie dekorativ und ist in milderen Regionen winterhart. Während sie in jungen Jahren noch eine kegelförmige Gestalt zeigt, entwickelt sie im Alter eine charakteristische, schirmförmige und unregelmässige Krone. Aufgrund ihrer Bedeutung ist die Zeder im Staatswappen und auf der Nationalflagge des Libanon abgebildet.
Ein Holz mit Geschichte:
Seit fast 5.000 Jahren wird das Holz der Libanon-Zeder genutzt. Es ist nicht nur schön gemasert und langlebig, sondern auch gut zu verarbeiten – Eigenschaften, die den Baum zu einer der am häufigsten verwendeten Holzarten der Antike machten.
Verbreitung und Potenzial:
Ursprünglich stammt die Libanon-Zeder aus dem Libanon, kommt jedoch auch in grossen Teilen Kleinasiens, auf Zypern und in Algerien vor. In der Türkei werden derzeit jährlich rund 300 km² Zedernwald aufgeforstet. Während die Baumart im deutschsprachigen Raum bisher meist nur als Ziergehölz in Parks und Gärten Verwendung fand, sehen Fachleute in ihr eine vielversprechende Option für die Forstwirtschaft der Zukunft. Ihre hohe Toleranz gegenüber Trockenheit und Hitze, der geringe Nährstoffbedarf und die geringe Neigung zur Ausbreitung machen sie besonders für wärmere Regionen Mitteleuropas interessant.
Aussaat:
Die Aufzucht der Libanon-Zeder aus Samen ist das ganze Jahr über möglich. Vor der Aussaat sollten die Samen für 48 Stunden in zimmerwarmem Wasser eingeweicht werden, um die Keimung zu fördern. Anschliessend werden sie etwa einen Zentimeter tief in feuchte Anzuchterde oder sandiges Substrat gesetzt. Das Gefäss sollte mit gelochter Klarsichtfolie abgedeckt werden, um die Feuchtigkeit zu halten. Um Schimmelbildung zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Folie alle zwei bis drei Tage für einige Stunden zu entfernen. Ein heller, warmer Standort mit etwa 20 °C ist ideal. Die Erde sollte gleichmässig feucht, jedoch nicht zu nass gehalten werden. Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von vier bis zwölf Wochen.
Pflege:
Libanon-Zedern bevorzugen sonnige, warme Standorte. Während der Vegetationszeit von Mai bis September sollte der Baum alle zwei bis drei Tage gegossen werden. In der restlichen Zeit reicht eine leicht feuchte Erde aus. Zusätzlich kann von Mai bis September alle paar Wochen ein Flüssigdünger für Koniferen verabreicht werden.
Für die Überwinterung ist ein heller Platz mit Temperaturen zwischen 5 und 10 °C ideal. In dieser Ruhephase genügt es, das Substrat nur leicht feucht zu halten.