Kopfsalatsamen

Kopfsalatsamen

Schon im Altertum wurde Salat angebaut. In Ägypten soll er zu den Haupt­gemüse­arten gezählt haben und auch Griechen und Römer kannten ihn. Aller­dings bildeten die Salate des Alter­tums und des Mittel­alters wohl noch keine Köpfe, sondern eher büschel­artige Blatt­rosetten. Erste Abbildungen und Beschrei­bungen von Kopf­salaten stammen aus dem 16. Jahr­hundert.

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Botanik des Kopf­salats

Botanisch betrachtet zählen alle Kopf­salate, also auch Eis- und Batavia­salate zur Art Lactuca sativa. Die botanische Stamm­form ist mit grosser Wahr­scheinlich­keit der Zaun­lattich (Lactuca serriola), der auch als Kompass-Lattich oder Stachel-Lattich bezeichnet wird. Man findet diese Pflanze oft auf trockenen oder steinigen Stand­orten, z.B. an Weg­rändern oder auf Böschungen.

Alle Kopf­salate bilden weissen Milch­saft, woher auch die Gattungs­bezeich­nung Lactuca (lat. lactis = Milch) kommt. Im Laufe der Pflanzen­entwick­lung bildet sich zuerst eine Blatt­rosette, deren innere Blätter ein­rollen und so den typischen Kopf bilden. Später treibt aus dem Kopf heraus ein Stängel, an dem die gelben Blüten entstehen. Dieser Vorgang wird auch als Schossen oder Schiessen des Salats bezeichnet. Nach der Samen­reife stirbt die Pflanze ab.

Sorten

Typische Kopf­salat­sorten mit hell­grünem bis gelben Innen­blatt, die auch als Butter­salat bezeichnet werden, sind 'Estelle', 'Mai­könig' oder 'Kagraner Sommer'. Es gibt diesen Salat­typ auch mit leicht oder stärker rot gefärbten Blättern, z.B. 'Roxy', 'Mer­veille des 4 saisons' und 'Pirat'.

Neben Sorten mit unter­schied­licher Blatt­form, Blatt­farbe und Blatt­struktur werden verschiedene Sorten für den Anbau im Winter, im zeitigen Frühjahr, im Sommer oder im Herbst angeboten. So eignen sich z.B. die Früh­salat­sorten 'Mai­könig' und 'Pia' für Pflan­zungen im Spät­winter ins geschützte Früh­beet oder unter einer Abdeckung aus Vlies bzw. Folie. Bei späteren Pflanz­terminen bilden die Pflanzen keinen Kopf, sondern schossen und gehen gleich in Blüte. Für die konti­nuier­liche Salat­ernte von Frühling bis Herbst sind schoss­feste Sorten, wie 'Mer­veille de 4 saison' oder 'Estelle' geeignet. Will man schon im zeitigen Früh­jahr Salat ernten, kann man so genannte Winter­salate, wie 'Winter­marie', anbauen. Diese werden schon im Herbst ausgesät und können Frost recht gut vertragen.

Kultur­ansprüche

Der Klassiker unter den Salaten lässt sich recht problem­los aus Samen ziehen. Die Pflanzen gedeihen bei ent­sprechen­der Pflege in jedem Garten­boden und natürlich auch im Hoch­beet. Wichtig ist eine gute und gleich­mässige Wasser­versor­gung, was besonders für die Kultur auf sandigen Böden gilt. Da der Nähr­stoff­bedarf aller Salat­arten relativ gering ist, reicht eine Ver­sorgung mit gut gereiftem Kompost aus. Ergänzend, oder wenn kein Kompost verfügbar ist, kann vor der Pflanzung ein orga­nischer Dünger, z.B. 'Hauert Biorga Garten­dünger' oder 'Hauert Biorga Hoch­beet­dünger' gegeben werden.
Kopfsalate sind eine klassische Pflanz­kultur, d.h. die Jung­pflanzen werden im Beet, einer Pflanz­schale oder in Pflanz­töpfen vorgezogen.

Anzucht der Kopf­salat-Jung­pflanzen durch Aussaat

Für frühe Pflanz­termine von März bis April werden die Jung­pflanzen auf einer hellen Fenster­bank oder in einem Früh­beet oder Klein­gewächs­haus herangezogen. Am besten verwendet man dafür Aussaat­schalen, die mit einem speziellen Anzucht­substrat gefüllt werden.

Die Samen werden im Abstand von 1 bis 3 cm in einer Reihe abgelegt. Anschlies­send wird einer feinen Schicht des Sub­strates abgesiebt und am besten mit einem Hand­pump­sprüher befeuchten.
Schon nach wenigen Tagen zeigen sich die Keim­blätter der Salat­sämlinge. Sobald sich das erste echte Blatt bildet, werden die Pflänzchen z.B. mit einer Pikier­hilfe resp. Pikier­stab in Pflanz­schalen oder kleine Pflanz­töpfe verpflanzt.

Für eine gute Jung­pflanzen­entwick­lung ist aus­reichend Licht erfor­derlich. So bleiben die Salat­pflänz­chen kompakt im Wuchs. Wenn sie 5 bis 7 Blätter ent­wickelt haben, wird ins Beet gepflanzt.

Bei späteren Pflanz­termine ab Mai können die Jung­pflanzen auch im Garten- oder Hoch­beet angezogen werden. Aller­dings haben derart gezogene Jung­pflanzen einen nicht so gut geformten Wurzel­ballen wie solche aus Pflanz­töpfen. Sie wachsen daher, vor allem bei sehr warmer und trockener Witterung nicht so gut an, wie getopfte Jung­pflanzen. In den ersten Tagen nach dem Pflanzen sollte regel­mässig mit feiner Brause gegossen werden.
Natürlich ist auch eine Direkt­saat von Kopf­salat möglich. Durch die Vor­kultur von Jung­pflanzen lässt sich der oft knappe Platz an Pflanz­fläche im Garten aller­dings optimaler nutzen.

Das Saat­beet wird gut vorbereitet, so dass die Erde fein­krümelig und locker ist. Mit einem Kantholz lassen sich Rillen in die Erde ziehen oder drücken. Die Samen werden im Abstand von 2 bis 3 cm ausgelegt. Anschlies­send wird mit der Hand oder einer Pflanz­kelle die Rille vor­sichtig mit nur wenig Erde abgedeckt, leicht angedrückt und vor­sichtig z.B. mit einer Gewächs­haus­giess­kanne angegossen.

Pflanzung

Für Kopf­salate werden, je nach Sorte, Pflanz­abstände von 25 x 25 cm bis 30 x 30 cm gewählt. Hinweise können der Anleitung auf der Samen­tüte entnommen werden. Bei zu enger, wie auch zu tiefer Pflanzung steigt die Gefahr von Salat­fäulen.
Das Setzen der Jung­pflanzen erfolgt am besten mit einer Pflanz­kelle.

Pflege

Damit die Jung­pflanzen sich zu schönen Köpfen entwickeln können, ist regel­mässiges Bewässern nötig. Unkräuter zwischen den Salat­pflanzen behindern das Wachstum der Kultur­pflanze. Am besten entfernt man sie durch Jäten, bevor der Salat einen Kopf bildet.

Ernte

Je nach Sorte und Jahres­zeit benötigen Kopf­salate von der Saat bis zur Ernte 8 bis 12 Wochen. Wenn der Kopf gut ausgebildet ist, wird die komplette Pflanze direkt über der Erde abgeschnitten.
Winter­kopf­salate, wie z.B. die Sorte 'Valdor', haben eine deutlich längere Kultur­zeit. Diese frost­festen Sorten werden in der Zeit von Mitte August bis September gesät. Die Pflanzen bleiben den ganzen Winter stehen und entwickeln dann im Früh­jahr ihre Köpfe, die, je nach Witterung von April bis Mai geerntet werden können.

Mass­nahmen gegen Krank­heiten und Schädlinge

Kopf­salat wird gern von Blatt­läusen und Falschem Mehltau befallen. Den besten Schutz davor bieten resistente Sorten. z.B. 'Dynamite' oder 'Estelle'.
In feuchten Jahren können Nackt­schnecken erheb­liche Schäden verur­sachen. Zur Schnecken­abwehr gibt es Schnecken­zäune mit denen ein ganzes Beet vor Zuwand­erung geschützt wird. Für Einzel­pflanzen bieten sich Manschetten aus Stahl­blech oder Kunst­stoff an, die es unter der Bezeichnung Schnecken­Stopp FE und Schnecken­stopp PP in unter­schied­lichen Grössen gibt.
Zur direkten Bekämpfung können zugelassene Schnecken­korn­präparate verwendet werden. Geeignete Produkte gegen Weg­schnecken können dem Pflanzen­schutz­mittel­ver­zeich­nis des Bundes­amtes für Land­wirt­schaft BLW entnommen werden.

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