Schwachzehrer

Schwachzehrer im Gemüsebeet: Das müssen Sie bei der Anzucht berücksichtigen 

Viel hilft nicht immer viel – und Schwachzehrer verkörpern diesen Grundsatz im Garten besonders. Schwachzehrende Pflanzenarten brauchen nicht nur extrem wenige Nährstoffe, sondern können sogar Schaden nehmen, wenn sie überdüngt werden. Trotzdem bilden manche von ihnen Früchte, die aus dem heimischen Gemüsegarten kaum wegzudenken sind. Welche bekannten Kräuter und Gemüsepflanzen zu den Schwachzehrern zählen und wie Sie diese richtig versorgen, verrät der folgende Artikel.

Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer: Manchmal sind die Grenzen fliessend 

Betrachtet man den Nährstoffbedarf, lassen sich alle Gartenpflanzen grob in Stark-, Schwach- und Mittelzehrer unterteilen. Dabei sind die Übergänge zwar grundsätzlich fliessend, jedoch wird allgemein von Schwachzehrern gesprochen, sobald der Stickstoffbedarf unter der Menge liegt, die der Boden selbst liefern kann. Dies macht sie besonders geeignet, um karge Böden für die nächste Einsaat anzureichern.

Zu den gängigsten Schwachzehrern zählen Bohnen, Erbsen, Fenchel, Radieschen sowie Spinat, Rucola und Nüsslisalat. Auch die meisten Kräuter, mit Ausnahme von Basilikum und Liebstöckel, sind schwachzehrende Pflanzen. Bei Zwiebelgewächsen wie Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebeln wird die Einordnung jedoch schwammig – je nach Standortbedingungen und Bodenbeschaffenheit fällt es ihnen erfahrungsgemäss schwer, auf zu kargen und nährstoffarmen Böden zu wachsen.

Schwachzehrende Pflanzen immer «zuletzt» ins Beet 

In der Fruchtfolge nehmen schwachzehrende Pflanzen immer den letzten Platz ein. Da sie selbst kaum Stickstoff verbrauchen, tragen sie zur Regeneration des Bodens bei und ermöglichen es, das Beet ohne Ernteausfälle für die Einsaat anspruchsvollerer Pflanzen im Folgejahr vorzubereiten. Besonders nützlich dafür sind Bohnen und Erbsen, die den Boden zusätzlich mit Stickstoff anreichern.

Umgekehrt sollten schwachzehrende Pflanzen keinesfalls zuerst auf einem neu angelegten Beet oder Hochbeet ausgesät werden. Da frische Gartenerde in der Regel vorgedüngt ist und hohe Mengen Stickstoff enthält, sollten dort immer zuerst Stark- und Mittelzehrer wachsen, um den Boden auszulaugen, bevor im dritten oder vierten Jahr Schwachzehrer ausgesät werden. Ebenso ist es wenig ratsam, Pflanzen aus derselben Familie nacheinander im selben Beet anzubauen – das Risiko, dass sich Krankheiten und Schädlinge übertragen, steigt dadurch mit jeder Aussaat weiter an. Wer bei vielen Beeten den Überblick behalten will, sollte daher unbedingt einen Gartenkalender führen.

Erbsen
Nüsslisalat, Feldsalat
Fenchel
Kräuterbeet
Oregano, Majoran
Radieschen
Rosmarin
Salatkopf

Zu den typischen Schwachzehrer-Pflanzen zählen die meisten Kräuter sowie beispielsweise Bohnen und Erbsen, Radieschen, Salate und Fenchel. Auch Wildblumen bevorzugen in der Regel karge Böden. 

Genügsam, aber nicht anspruchslos: Pflegebedarf von Schwachzehrern 

Aufgrund des geringen Nährstoffbedarfs glauben einige Gärtner fälschlicherweise, schwachzehrende Pflanzen seien von Natur aus anspruchslos oder müssten überhaupt nicht gepflegt werden. Das ist jedoch ein Irrtum: Auch Schwachzehrer kommen nicht komplett ohne Pflege aus – sie müssen lediglich nicht gedüngt werden. Im Gegenteil kann eine Überdüngung sogar dazu führen, dass die Früchte schwachzehrender Pflanzen ungeniessbar oder sogar gesundheitsschädlich werden. So lagern zum Beispiel Spinat und alle Salatsorten den überschüssigen Stickstoff in ihren Blättern als Nitrat an, das für den Menschen in zu grossen Mengen ungesund ist.

Ferner führt Überdüngung oder die falsche Pflege dazu, dass die Ernte geringer ausfällt und das Risiko für Schädlinge und Krankheiten steigt. Achten Sie daher darauf, schwachzehrende Pflanzen nicht in vorgedüngter Erde auszusäen und die Standortbedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart zu berücksichtigen. Im Laufe der Wachstumsphase sollten Sie die Pflanzen je nach Ansprüchen der individuellen Art regelmässig giessen – jedoch in jedem Falle ohne zusätzlichen Dünger.

Jetzt typische Schwachzehrer aussäen